Bestechung – und ihre ban­den­mä­ßi­ge Bege­hung

Eine Ban­de im Sin­ne des § 335 Abs. 2 Nr. 3 StGB setzt den Zusam­men­schluss von min­des­tens drei Per­so­nen mit dem Wil­len vor­aus, künf­tig für eine gewis­se Dau­er meh­re­re selbst­stän­di­ge, im Ein­zel­nen noch unge­wis­se Taten nach § 334 Abs. 1 Satz 1 StGB zu bege­hen1. Sie kann aus Betei­lig­ten bei­der Sei­ten (Bestechen­der und Besto­che­ner) bestehen2.

Bestechung – und ihre ban­den­mä­ßi­ge Bege­hung

Zwar bedarf es kei­ner aus­drück­li­chen Ver­ein­ba­rung; die Ban­den­ab­re­de kann auch durch schlüs­si­ges Ver­hal­ten zustan­de kom­men3. Ihr Vor­lie­gen kann daher auch aus dem kon­kret fest­stell­ba­ren, wie­der­hol­ten delik­ti­schen Zusam­men­wir­ken meh­re­rer Per­so­nen her­ge­lei­tet wer­den4. Es ist auch nicht erfor­der­lich, dass alle Ban­den­mit­glie­der ein­an­der ken­nen.

Aller­dings muss jeder den Wil­len haben, sich zur künf­ti­gen Bege­hung von Straf­ta­ten mit (min­des­tens) zwei ande­ren zu ver­bin­den5. Der Bin­dungs­wil­le eines jeden Ban­den­mit­glieds muss sich mit­hin auf min­des­tens zwei wei­te­re Per­so­nen erstre­cken.

Die Ban­den­ab­re­de kann auch dadurch zustan­de kom­men, dass sich zwei Per­so­nen einig sind, künf­tig im Ein­zel­nen noch unge­wis­se Straf­ta­ten mit zumin­dest einem drit­ten Betei­lig­ten zu bege­hen, und der von der Abspra­che infor­mier­te Drit­te sich der Ver­ein­ba­rung aus­drück­lich oder durch schlüs­si­ges Ver­hal­ten anschließt6.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 25. Janu­ar 2017 – 5 StR 364/​16

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 22.03.2001 – GSSt 1/​00, BGHSt 46, 321, 325
  2. BGH, Beschluss vom 13.12 2012 – 1 StR 522/​12, NStZ-RR 2013, 246; LK-Tie­de­mann, StGB, 12. Aufl., § 300 Rn. 6
  3. BGH, Urteil vom 16.06.2005 – 3 StR 492/​04, BGHSt 50, 160
  4. vgl. BGH, Urteil vom 21.12 2007 – 2 StR 372/​07, NStZ 2009, 35, 36
  5. BGH, Urteil vom 16.06.2005 aaO; Beschluss vom 16.03.2010 – 4 StR 497/​09, wis­tra 2010, 347; LK-Vogel, 12. Aufl., § 244 StGB Rn. 60
  6. BGH, Urtei­le vom 16.06.2005 aaO; und vom 23.04.2009 – 3 StR 83/​09, BGHR BtMG § 30 Abs. 1 Nr. 1 Ban­de 9