Bestechung im geschäft­li­chen Ver­kehr – und sei­ne Ver­jäh­rung

Gemäß § 78a Satz 1 StGB beginnt die Ver­jäh­rung, sobald die Tat been­det ist. Nach dem vom Bun­des­ge­richts­hof in stän­di­ger Recht­spre­chung ange­wen­de­ten mate­ri­el­len Been­di­gungs­be­griff ist dies erst der Fall, wenn der Täter sein rechts­ver­nei­nen­des Tun ins­ge­samt abschließt, das Tat­un­recht mit­hin tat­säch­lich in vol­lem Umfang ver­wirk­licht ist.

Bestechung im geschäft­li­chen Ver­kehr – und sei­ne Ver­jäh­rung

Dies bedeu­tet, dass die Been­di­gung der Tat nicht allein an die wei­te­re Ver­wirk­li­chung tat­be­stand­lich umschrie­be­ner Merk­ma­le der Straf­tat nach deren Voll­endung anknüpft. Viel­mehr zäh­len zur Tat­be­en­di­gung auch sol­che Umstän­de, die – etwa weil der Gesetz­ge­ber zur Gewähr­leis­tung eines effek­ti­ven Rechts­gü­ter­schut­zes einen Delikts­ty­pus mit vor­ver­la­ger­tem Voll­endungs­zeit­punkt gewählt hat – zwar nicht mehr von der objek­ti­ven Tat­be­stands­be­schrei­bung erfasst wer­den, aber den­noch das mate­ri­el­le Unrecht der Tat ver­tie­fen, weil sie den Angriff auf das geschütz­te Rechts­gut per­p­etu­ie­ren oder gar inten­si­vie­ren 1.

Sind sich der Besto­che­ne und der Bestechen­de über die bevor­zu­gen­de Hand­lung und die hier­für zu erbrin­gen­de Gegen­leis­tung einig und wird die Unrechts­ver­ein­ba­rung auch tat­säch­lich voll umge­setzt, kommt es danach für die Tat­be­en­di­gung nach § 299 Abs. 1 und Abs. 2 StGB auf die jeweils letz­te Hand­lung zur bei­der­sei­ti­gen Erfül­lung der getrof­fe­nen Ver­ein­ba­rung an. Die Taten sind in die­sen Fäl­len been­det, wenn die im Wett­be­werb unlau­ter bevor­zu­gen­de Hand­lung abge­schlos­sen und der Vor­teil voll­stän­dig ent­ge­gen­ge­nom­men ist. Eine Tat­be­en­di­gung bei § 299 StGB liegt damit erst mit der voll­stän­di­gen Umset­zung der Unrechts­ver­ein­ba­rung vor 2.

Vor­lie­gend kommt es daher nicht auf den Zeit­punkt des Abschlus­ses der Unrechts­ver­ein­ba­rung und der Über­ga­be der ver­ein­bar­ten Schmier­gel­der, son­dern auf den Zeit­punkt an, zu dem die Druck­ma­schi­ne, deren Ver­kauf durch die Schmier­geld­zah­lung ermög­licht wur­de, an die Käu­fe­rin aus­ge­lie­fert bzw. von die­ser bezahlt wur­de.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Dezem­ber 2017 – 2 StR 308/​16

  1. vgl. BGH, Urteil vom 19.06.2008 – 3 StR 90/​08, BGHSt 52, 300, 303; Urteil vom 06.09.2011 – 1 StR 633/​10, NStZ 2012, 511, 513[]
  2. BGH, Urteil vom 18.05.2017 – 3 StR 103/​17, NJW 2017, 2565, 2566[]