Bewäh­rungs­wi­der­ruf – und die mit der Sache befass­te Straf­voll­stre­ckungs­kam­mer

Eine Befas­sung mit der Sache i.S.d. § 462a Abs. 1 StPO ist anzu­neh­men, sobald Tat­sa­chen akten­kun­dig wer­den, die den Wider­ruf recht­fer­ti­gen [1].

Bewäh­rungs­wi­der­ruf – und die mit der Sache befass­te Straf­voll­stre­ckungs­kam­mer

Der Zeit­punkt des Ein­gangs der Akten bei der Straf­voll­stre­ckungs­kam­mer ist uner­heb­lich [2]. Es kommt näm­lich nicht dar­auf an, bei wel­cher Stel­le ein Wider­rufs­an­trag vor­liegt, sofern es sich nur um ein Gericht han­delt, das dafür zustän­dig sein kann [3].

Die damit vor­lie­gen­de Befas­sung der Straf­voll­stre­ckungs­kam­mer für die Ent­schei­dung über den Wider­rufs­an­trag bleibt bestehen, auch nach­dem die Ver­ur­teil­te in die zum Bezirk der Straf­voll­stre­ckungs­kam­mer eines ande­ren Land­ge­richts gehö­ren­de Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt ver­legt wur­de.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. Febru­ar 2020 – 2 ARs 301/​19

  1. KK-StPO/Appl, 8. Aufl., § 462a Rn. 17 mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 10.03.2011 – 2 ARs 519/​10[]
  3. KK-StPO/Appl, aaO, Rn.19 mwN[]