Bewaff­ne­ter BTM-Han­del

Der Qua­li­fi­ka­ti­ons­tat­be­stand des bewaff­ne­ten Han­del­trei­bens mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge (§ 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG) setzt vor­aus, dass der Täter eine Schuss­waf­fe oder einen sons­ti­gen Gegen­stand im Sin­ne die­ser Vor­schrift gera­de beim Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge mit sich führt.

Bewaff­ne­ter BTM-Han­del

Sowohl ein Elek­tro­im­puls­ge­rät wie auch eine Schreck­schuss­pis­to­le Walt­her P88 sind grund­sätz­lich zur Erfül­lung der Qua­li­fi­ka­ti­on geeig­net. Das Elek­tro­im­puls­ge­rät ist eine Waf­fe im tech­ni­schen Sinn (vgl. § 1 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. a WaffG i.V.m. Anla­ge 1, Abschnitt 1, Unter­ab­schnitt 2, trag­ba­re Gegen­stän­de 1.2.1), bei der es zur sub­jek­ti­ven Zweck­be­stim­mung des Täters kei­ner wei­te­ren Fest­stel­lun­gen bedarf 1. Die gela­de­ne Schreck­schuss­pis­to­le kann durch den Bun­des­ge­richts­hof unge­ach­tet feh­len­der Fest­stel­lun­gen zur Bau­art auf­grund ihrer Typen­be­zeich­nung (Walt­her P88 Kom­pakt) wegen All­ge­mein­kun­dig­keit 2 als Schuss­waf­fe im Sin­ne des § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG ein­ge­stuft wer­den, da bei ihr der Explo­si­ons­druck nach vor­ne aus­tritt 3.

Ein Mit­sich­füh­ren liegt jedoch nur dann vor, wenn der Täter die Waf­fe bewusst gebrauchs­be­reit in der Wei­se bei sich hat, dass er sich ihrer jeder­zeit ohne nen­nens­wer­ten Zeit­auf­wand bedie­nen kann 4. Hier­für genügt, wenn sie sich in Griff­wei­te befin­det. Dies ist regel­mä­ßig jedoch nicht der Fall, wenn sich die Waf­fe in einem Behält­nis und in einem ande­ren Raum als die Betäu­bungs­mit­tel befin­det 5.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Febru­ar 2015 – 5 StR 594/​14

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 24.06.2003 – 1 StR 25/​03, NStZ 2004, 111, 112; und vom 22.08.2012 – 2 StR 235/​12, NStZ-RR 2013, 150, 151[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 11.11.2014 – 3 StR 451/​14 mwN[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 12.10.2005 – 2 StR 298/​05, NJW 2006, 73, 74; sie­he – zu § 250 Abs. 2 StGB – auch Beschluss vom 09.02.2010 – 3 StR 17/​10, NStZ 2010, 390[]
  4. vgl. BGH, Urteil vom 21.09.2011 – 2 StR 286/​11, NStZ 2012, 340 mwN; Beschluss vom 18.04.2007 – 3 StR 127/​07, NStZ 2007, 533[]
  5. st. Rspr., vgl. BGH, Urtei­le vom 21.03.2000 – 1 StR 441/​99, NStZ 2000, 433; und vom 13.08.2009 – 3 StR 224/​09; Beschlüs­se vom 23.06.2010 – 2 StR 203/​10, NStZ 2011, 99 f.; und vom 15.01.2013 – 2 StR 589/​12, NStZ 2013, 663 f.[]