Bewaff­ne­ter BTM-Han­del – und die Geset­zes­kon­kur­renz

Beim uner­laub­ten Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln steht der Qua­li­fi­ka­ti­ons­tat­be­stand des bewaff­ne­ten Han­del­trei­bens nach § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG in Geset­zes­kon­kur­renz zum Grund­tat­be­stand nach § 29 Abs. 1 BtMG sowie zu den wei­te­ren Qua­li­fi­ka­ti­ons­tat­be­stän­den nach § 29a Abs. 1 und § 30 Abs. 1 BtMG 1.

Bewaff­ne­ter BTM-Han­del – und die Geset­zes­kon­kur­renz

Bei Geset­zes­kon­kur­renz ent­fal­tet, eben­so wie bei Tat­ein­heit gemäß § 52 Abs. 2 Satz 2 StGB, das zurück­tre­ten­de Delikt zur Ver­mei­dung von Wer­tungs­wi­der­sprü­chen eine Sperr­wir­kung hin­sicht­lich der Min­dest­stra­fe 2.

Für die nach dem ver­drän­gen­den und dem ver­dräng­ten Straf­ge­setz zu ver­glei­chen­den Min­dest­stra­fen gilt, da es um die Ermitt­lung der gerech­ten Stra­fe geht, eine kon­kre­te Betrach­tung, so dass auch jeweils vor­lie­gen­de spe­zi­al­ge­setz­li­che oder im All­ge­mei­nen Teil des Straf­ge­setz­bu­ches vor­ge­se­he­ne Straf­mil­de­rungs­grün­de zu berück­sich­ti­gen sind 3.

Nach die­sen Maß­stä­ben hat­te in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Revi­si­ons­ver­fah­ren das Land­ge­richt bei der Straf­rah­men­be­stim­mung nicht bedacht, dass für den Straf­rah­men des § 29a Abs. 1 BtMG ange­sichts des von ihm abge­lehn­ten min­der schwe­ren Fal­les nach § 29a Abs. 2 BtMG und des damit nicht ver­brauch­ten ver­typ­ten Straf­mil­de­rungs­grun­des nach § 31 Satz 1 Nr. 1 BtMG eine Straf­rah­men­mil­de­rung nach § 49 Abs. 1 Nr. 3 StGB in Betracht gekom­men wäre, mit der Fol­ge, dass die gemil­der­te Min­dest­gren­ze des § 29a Abs. 1 BtMG von drei Mona­ten Frei­heits­stra­fe kei­ne Sperr­wir­kung für die Min­dest­stra­fe aus § 30a Abs. 3 BtMG aus­ge­löst hät­te 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 18. April 2018 – 2 StR 1/​18

  1. BGH, Urteil vom 13.02.2003 – 3 StR 349/​02, NJW 2003, 1679, 1680; LK-StG­B/­Ris­sing­van Saan, 12. Aufl., Vor­be­mer­kung zu den §§ 52 ff. Rn. 95[]
  2. st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 24.04.1951 – 1 StR 101/​51, BGHSt 1, 152, 155 f.; Urteil vom 13.02.2003 – 3 StR 349/​02, aaO; LK-StG­B/­Ris­sing­van Saan, aaO[]
  3. Schön­ke/­Schrö­de­r/­Stern­berg-Lie­ben/Bosch, StGB, 29. Aufl., § 52 Rn. 37[]
  4. BGH, Beschluss vom 05.08.2013 – 5 StR 327/​13, Stra­Fo 2013, 482[]