Bewaff­ne­ter BTM-Han­del

Bewaff­ne­tes Han­del­trei­ben im Sin­ne von § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG setzt vor­aus, dass der Täter die Schuss­waf­fe (oder den sons­ti­gen Gegen­stand) bei der Tat mit sich führt, sie also bewusst gebrauchs­be­reit in der Wei­se bei sich hat, dass er sich ihrer jeder­zeit bedie­nen kann.

Bewaff­ne­ter BTM-Han­del

Dies ist der Fall, wenn dem Täter die Waf­fe in Griff­nä­he oder zumin­dest so zur Ver­fü­gung steht, dass ihm der Zugriff hier­auf ohne nen­nens­wer­ten Zeit­auf­wand mög­lich ist 1.

Setzt sich die Tat aus meh­re­ren Ein­zel­ak­ten zusam­men, so reicht es zur Tat­be­stands­er­fül­lung aus, wenn der qua­li­fi­zie­ren­de Umstand nur bei einem Ein­zel­akt ver­wirk­licht ist.

Als sol­cher kommt zwar auch das Vor­rä­tig­hal­ten des Betäu­bungs­mit­tels in Betracht, denn dabei han­delt es sich um einen Teil­akt der eigen­nüt­zi­gen, auf den Betäu­bungs­mit­tel­um­satz gerich­te­ten Tätig­keit 2. Jedoch erfor­dert § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG für die­sen Fall, dass der Täter zugleich Betäu­bungs­mit­tel und Waf­fe in der Wei­se ver­fü­gungs­be­reit hält, dass er beim Umgang mit dem Betäu­bungs­mit­tel jeden­falls ohne nen­nens­wer­ten Zeit­auf­wand auf die Waf­fe zugrei­fen kann 3.

Hier­zu bedarf es aller­dings nicht not­wen­dig eines unmit­tel­ba­ren Han­tie­rens mit dem Betäu­bungs­mit­tel unter Zugriffs­mög­lich­keit auf die Waf­fe; viel­mehr genügt etwa, dass der Täter sowohl die Waf­fe als auch das Betäu­bungs­mit­tel der­ge­stalt in Ver­wah­rung hält, dass ihm der gleich­zei­ti­ge Zugriff hier­auf mög­lich wäre 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Dezem­ber 2014 – 3 StR 503/​14

  1. vgl. nur BGH, Urteil vom 15.11.2007 – 4 StR 435/​07, BGHSt 52, 89, 92 f.[]
  2. BGH, Urteil vom 28.02.1997 – 2 StR 556/​96, BGHSt 43, 8, 10 f.[]
  3. BGH, aaO S. 13; Urteil vom 22.08.2012 – 2 StR 235/​12, NStZ-RR 2013, 150, 151[]
  4. vgl. BGH, Urteil vom 22.08.2012 – 2 StR 235/​12, NStZ-RR 2013, 150, 151[]
  5. BGH, Urteil vom 28.02.1997 – 2 StR 556/​96, BGHSt 43, 8, 10[]