Bewaff­ne­tes Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln – und der Base­ball­schlä­ger

In einem Fall, in dem – wie hier hin­sicht­lich des Base­ball­schlä­gers – die Ver­füg­bar­keit eines zur Ver­let­zung von Per­so­nen geeig­ne­ten und bestimm­ten Gegen­stan­des nicht das eigent­li­che Umsatz­ge­schäft des Dro­gen­han­dels betrifft, ist der sub­jek­ti­ve Tat­be­stand genau zu prü­fen1.

Bewaff­ne­tes Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln – und der Base­ball­schlä­ger

Dabei bil­ligt es der Bun­des­ge­richts­hof, wenn das Gericht

  • aus der Art des Gegen­stands (Base­ball­schlä­ger aus Alu­mi­ni­um),
  • aus des­sen bewuss­ter Posi­tio­nie­rung in unmit­tel­ba­rer Nähe zu den Betäu­bungs­mit­teln,
  • aus des­sen feh­len­der Nut­zung als Sport­ge­rät und
  • man­gels jeg­li­cher Hin­wei­se auf eine ande­re Funk­ti­on

die Bestim­mung des Base­ball­schlä­gers durch den Ange­klag­ten zur Ver­let­zung von Per­so­nen her­ge­lei­tet.

Die Ent­schei­dung, ob ein min­der schwe­rer Fall gege­ben ist, erfor­dert eine Gesamt­be­trach­tung, bei der alle Umstän­de zu wür­di­gen sind, die für die Wer­tung der Tat und des Täters in Betracht kom­men, gleich­gül­tig, ob sie der Tat selbst inne­woh­nen, sie beglei­ten, ihr vor­aus­ge­hen oder nach­fol­gen. Dabei sind alle wesent­li­chen ent­las­ten­den und belas­ten­den Umstän­de gegen­ein­an­der abzu­wä­gen. Erst nach dem Gesamt­ein­druck kann ent­schie­den wer­den, ob der Aus­nah­me­straf­rah­men anzu­wen­den ist2.

Bei der Straf­zu­mes­sung kommt den tat­be­stands­be­zo­ge­nen Umstän­den bestim­men­de Bedeu­tung zu. Dazu gehört hier auch der vom Land­ge­richt nicht in den Blick genom­me­ne Umstand, dass der Base­ball­schlä­ger im Ver­gleich mit einer Schuss­waf­fe gerin­ge­res Gefähr­dungs­po­ten­ti­al auf­weist3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. Mai 2019 – 1 StR 80/​19

  1. vgl. BGH, Urteil vom 22.08.2012 – 2 StR 235/​12 Rn.19
  2. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteil vom 22.08.2012 – 2 StR 235/​12 Rn. 18
  3. vgl. BGH aaO Rn. 22