Bewaff­ne­tes Sich­ver­schaf­fen von Betäu­bungs­mit­teln

Ein bewaff­ne­tes Sich­ver­schaf­fen von Betäu­bungs­mit­teln gemäß § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG setzt wie der Erwerb vor­aus, dass der Täter die tat­säch­li­che Ver­fü­gungs­ge­walt mit der Mög­lich­keit und dem Wil­len erlangt, über die Sache als eige­ne zu ver­fü­gen.

Bewaff­ne­tes Sich­ver­schaf­fen von Betäu­bungs­mit­teln

Danach hät­te sich der Ange­klag­te die ver­wahr­ten Betäu­bungs­mit­tel nicht ver­schafft, wenn es ihm nicht frei­ge­stan­den hät­te, in irgend­ei­ner Wei­se selbst über das Rausch­gift zu ver­fü­gen. Allen­falls hin­sicht­lich des Anteils, wel­chen er zum Eigen­kon­sum erhal­ten soll­te, käme ein Sich­ver­schaf­fen in Betracht1.

Soweit sich die Tätig­keit des Ange­klag­ten in einer "Bun­ker­hal­tung" für einen Drit­ten erschöpft, könn­te neben einer Bei­hil­fe zum Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge tat­ein­heit­lich Besitz von Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge, nicht jedoch ein bewaff­ne­tes "Sich­ver­schaf­fen" gege­ben sein2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. Janu­ar 2018 – 2 StR 180/​17

  1. vgl. Weber, BtMG, 5. Aufl., § 29 Rn. 1258 ff. mwN []
  2. vgl. BGH, Urteil vom 13.08.2009 – 3 StR 224/​09, BGHR BtMG § 30a Abs. 2 Sich­ver­schaf­fen 2 []