Beweis­an­trag – und die Bedeu­tungs­lo­sig­keit der Bewei­s­tat­sa­chen

Die Begrün­dung eines Ableh­nungs­be­schlus­ses genügt nicht den Anfor­de­run­gen, die an die Dar­le­gung der tat­säch­li­chen Bedeu­tungs­lo­sig­keit der Bewei­s­tat­sa­che im Sin­ne von § 244 Abs. 3 Satz 2 Vari­an­te 2 StPO zu stel­len sind, die Ableh­nung allein auf die inhalts­lo­se Aus­sa­ge zu stüt­zen, dass die behaup­te­te Hilfs­tat­sa­che für den Fall ihres Erwie­sen­seins "nur einen mög­li­chen, nicht aber zwin­gen­den Schluss" zulas­se und "das Gericht auf der Grund­la­ge des bis­he­ri­gen Beweis­ergeb­nis­ses den gewünsch­ten Schluss nicht zie­hen" wol­le.

Beweis­an­trag – und die Bedeu­tungs­lo­sig­keit der Bewei­s­tat­sa­chen

Erfor­der­lich ist viel­mehr in aller Regel, dass der Beschluss kon­kre­te fall­be­zo­ge­ne Erwä­gun­gen dar­über ent­hält, war­um das Tat­ge­richt aus der Bewei­s­tat­sa­che kei­ne ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Schluss­fol­ge­run­gen zie­hen will.

Die Anfor­de­run­gen an die­se Begrün­dung ent­spre­chen im Grund­satz den­je­ni­gen, denen das Tat­ge­richt genü­gen müss­te, wenn es die Hilfs­tat­sa­che durch Beweis­erhe­bung fest­ge­stellt und sodann in den schrift­li­chen Urteils­grün­den dar­zu­le­gen hät­te, wes­halb sie auf sei­ne Über­zeu­gungs­bil­dung ohne Ein­fluss geblie­ben ist 1.

Jedoch beruht das Urteil nicht auf dem Ver­fah­rens­ver­stoß (s. § 337 Abs. 1 StPO), wenn die tat­säch­li­che Bedeu­tungs­lo­sig­keit der Bewei­s­tat­sa­che auf der Hand liegt und es aus­zu­schlie­ßen ist, dass die Pro­zess­füh­rung der Ver­tei­di­gung durch die unzu­läng­li­che Begrün­dung des Ableh­nungs­be­schlus­ses beein­träch­tigt wur­de 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 19. Sep­tem­ber 2017 – 3 StR 308/​17

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschlüs­se vom 01.10.2013 – 3 StR 135/​13, NStZ 2014, 110, 111; vom 05.08.2015 – 1 StR 300/​15, BGHR StPO § 244 Abs. 3 Satz 2 Bedeu­tungs­lo­sig­keit 30; vom 13.12 2016 – 3 StR 193/​16, NStZ-RR 2017, 119; fer­ner LR/​Becker, StPO, 26. Aufl., § 244 Rn. 225 mwN[]
  2. s. hier­zu BGH, Beschluss vom 16.01.2007 – 4 StR 574/​06, NStZ 2007, 352; vom 10.11.2015 – 3 StR 322/​15, NStZ-RR 2016, 117, 118; LR/​Becker aaO, Rn. 226[]