Beweis­an­trag oder Beweis­an­re­gung? Egal!

Auch das Über­ge­hen eines außer­halb der Haupt­ver­hand­lung gestell­ten, dort aber nicht wie­der­hol­ten und daher nicht nach Maß­ga­be von § 244 Abs. 3 bis 6 StPO zu ver­be­schei­den­den Beweis­an­trags 1 kann nach den Umstän­den des Ein­zel­falls eine Ver­let­zung der Auf­klä­rungs­pflicht dar­stel­len 2.

Beweis­an­trag oder Beweis­an­re­gung? Egal!

Inso­weit ist die Ent­schei­dung des Tat­ge­richts über einen ledig­lich außer­halb der Haupt­ver­hand­lung gestell­ten schrift­li­chen Antrag am glei­chen Maß­stab zu mes­sen, wie die Ent­schei­dung über einen Beweis­an­trag auf Ver­neh­mung eines Aus­lands­zeu­gen, die gemäß § 244 Abs. 5 Satz 2 StPO nach Maß­ga­be der Amts­auf­klä­rungs­pflicht erfolgt 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 21. Juli 2016 – 2 StR 383/​15

  1. vgl. KK-Krehl, StPO, 7. Aufl., § 244 Rn. 85 mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 17.01.2001 – 1 StR 557/​00, NStZ-RR 2002, 65, 68; Beschluss vom 20.11.2001 – 1 StR 470/​01, NStZ-RR 2002, 110, 111; vgl. BGH, Beschluss vom 30.08.1988, 1 StR 357/​88, BGHR StPO § 244 Abs. 2 Auf­drän­gen 1[]
  3. BGH, Urteil vom 21.10.2014 – 1 StR 78/​14; Urteil vom 18.01.1994 – 1 StR 745/​93, BGHSt 40, 60, 62; KK-Krehl, StPO, 7. Aufl., § 244 Rn. 212 mwN[]