Beweis­wür­di­gung – und die Ein­las­sung des Ange­klag­ten

Die Beweis­wür­di­gung, auf­grund derer sich das Gericht die Über­zeu­gung von den Taten ver­schafft hat, ist lücken­haft und hält recht­li­cher Nach­prü­fung nicht stand, wenn jeg­li­che Anga­ben dazu feh­len, ob und wie sich der Ange­klag­te zur Sache ein­ge­las­sen hat [1].

Beweis­wür­di­gung – und die Ein­las­sung des Ange­klag­ten

Unter sach­lich-recht­li­chem Blick­win­kel ist regel­mä­ßig eine Wie­der­ga­be der Ein­las­sung des Ange­klag­ten erfor­der­lich, damit das Revi­si­ons­ge­richt nach­prü­fen kann, ob sich der Tatrich­ter unter Berück­sich­ti­gung der erho­be­nen Bewei­se eine trag­fä­hi­ge Grund­la­ge für sei­ne Über­zeu­gungs­bil­dung ver­schafft und das mate­ri­el­le Recht rich­tig ange­wen­det hat [2].

Es bedarf somit einer geschlos­se­nen und zusam­men­hän­gen­den Wie­der­ga­be wenigs­tens der wesent­li­chen Grund­zü­ge der Ein­las­sung des Ange­klag­ten, um die Beweis­wür­di­gung des Tatrich­ters auf sach­lich­recht­li­che Feh­ler hin über­prü­fen zu kön­nen.

Dies bemän­gel­te der Bun­des­ge­richts­hof in dem hier ent­schie­de­nen Fall: In den Urteils­grün­den fehlt jeg­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit der Ein­las­sung des Ange­klag­ten. Es wird nicht ein­mal mit­ge­teilt, ob der Ange­klag­te sich über­haupt zu dem Ankla­ge­vor­wurf geäu­ßert hat. Soweit sich den Grün­den der ange­foch­te­nen Ent­schei­dung ent­neh­men lässt, dass die Fest­stel­lun­gen zu den per­sön­li­chen Ver­hält­nis­sen des Ange­klag­ten auf sei­nen Anga­ben beru­hen, lässt dies nicht den Schluss zu, dass der Ange­klag­te über Erklä­run­gen zur Per­son hin­aus kei­ne Anga­ben zur Sache gemacht hat [3]. Infol­ge­des­sen war das Urteil man­gels einer durch das Revi­si­ons­ge­richt über­prüf­ba­ren Beweis­wür­di­gung auf­zu­he­ben.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Febru­ar 2020 – 1 StR 518/​19

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 30.12.2014 – 2 StR 403/​14 Rn. 2; und vom 12.12.2019 – 5 StR 444/​19 Rn. 4[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 30.12.2014 – 2 StR 403/​14 Rn. 3 mwN; und vom 12.12.2019 – 5 StR 444/​19 Rn. 4[]
  3. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 30.12.2014 – 2 StR 403/​14 Rn. 4; und vom 12.12.2019 – 5 StR 444/​19 Rn. 5[]