Beweis­wür­di­gung – und die Revi­si­ons­in­stanz

Die Beweis­wür­di­gung ist Sache des Tatrich­ters (§ 261 StPO). Ihm obliegt es, das Ergeb­nis der Haupt­ver­hand­lung fest­zu­stel­len und zu wür­di­gen. Sei­ne Schluss­fol­ge­run­gen brau­chen nicht zwin­gend zu sein, es genügt, dass sie mög­lich sind 1.

Beweis­wür­di­gung – und die Revi­si­ons­in­stanz

Das Revi­si­ons­ge­richt hat die tatrich­ter­li­che Beweis­wür­di­gung selbst dann hin­zu­neh­men, wenn eine ande­re Beur­tei­lung näher gele­gen hät­te oder über­zeu­gen­der gewe­sen wäre 2. Die revi­si­ons­ge­richt­li­che Prü­fung erstreckt sich allein dar­auf, ob dem Tatrich­ter Rechts­feh­ler unter­lau­fen sind. Dies ist in sach­lich­recht­li­cher Hin­sicht der Fall, wenn die Beweis­wür­di­gung wider­sprüch­lich, unklar oder lücken­haft ist oder gegen Denk­ge­set­ze oder gesi­cher­te Erfah­rungs­sät­ze ver­stößt 3.

Ins­be­son­de­re sind die Bewei­se erschöp­fend zu wür­di­gen. Dabei ist der Tatrich­ter gehal­ten, sich mit den von ihm fest­ge­stell­ten Tat­sa­chen unter allen für die Ent­schei­dung wesent­li­chen Gesichts­punk­ten aus­ein­an­der­zu­set­zen, wenn sie geeig­net sind, das Beweis­ergeb­nis zu beein­flus­sen 4.

Aus den Urteils­grün­den muss sich außer­dem erge­ben, dass der Tatrich­ter die ein­zel­nen Beweis­ergeb­nis­se nicht nur iso­liert gewer­tet, son­dern in eine umfas­sen­de Gesamt­wür­di­gung ein­ge­stellt hat 5.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. Sep­tem­ber 2017 – 1 StR 329/​17

  1. st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 12.02.2015 – 4 StR 420/​14, NStZ-RR 2015, 148 mwN[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 24.03.2015 – 5 StR 521/​14, NStZ-RR 2015, 178, 179[]
  3. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urtei­le vom 01.02.2017 – 2 StR 78/​16, NStZ-RR 2017, 183 [inso­weit nicht abge­druckt]; und vom 13.07.2016 – 1 StR 94/​16 9[]
  4. vgl. BGH, Urteil vom 12.02.2015 – 4 StR 420/​14, NStZ-RR 2015, 148 mwN[]
  5. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteil vom 02.02.2017 – 4 StR 423/​16, NStZ-RR 2017, 223[]