Beweis­wür­di­gung – und sei­ne Dar­stel­lung im Urteil

Die Beweis­wür­di­gung ist Sache des Tatrich­ters (§ 261 StPO). Ihm obliegt es, das Ergeb­nis der Haupt­ver­hand­lung fest­zu­stel­len und zu wür­di­gen.

Beweis­wür­di­gung – und sei­ne Dar­stel­lung im Urteil

Sei­ne Schluss­fol­ge­run­gen brau­chen nicht zwin­gend zu sein; es genügt, dass sie mög­lich sind 1. Das Revi­si­ons­ge­richt hat die tatrich­ter­li­che Beweis­wür­di­gung selbst dann hin­zu­neh­men, wenn eine ande­re Beur­tei­lung näher gele­gen hät­te oder über­zeu­gen­der gewe­sen wäre 2.

Die revi­si­ons­ge­richt­li­che Prü­fung erstreckt sich allein dar­auf, ob dem Tatrich­ter Rechts­feh­ler unter­lau­fen sind.

Dies ist in sach­lich­recht­li­cher Hin­sicht der Fall, wenn die Beweis­wür­di­gung wider­sprüch­lich, unklar oder lücken­haft ist oder gegen Denk­ge­set­ze oder gesi­cher­te Erfah­rungs­sät­ze ver­stößt 3. Dabei muss sich aus den Urteils­grün­den erge­ben, dass die vom Gericht gezo­ge­ne Schluss­fol­ge­rung nicht etwa nur eine Annah­me ist oder sich als blo­ße Ver­mu­tung erweist, für die es weder eine belast­ba­re Tat­sa­chen­grund­la­ge noch einen gesi­cher­ten Erfah­rungs­satz gibt 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 21. August 2019 – 1 StR 218/​19

  1. st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 12.02.2015 – 4 StR 420/​14 Rn. 9 mwN[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 24.03.2015 – 5 StR 521/​14 Rn. 8[]
  3. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urtei­le vom 01.02.2017 – 2 StR 78/​16 Rn.20; und vom 13.07.2016 – 1 StR 94/​16 Rn. 9[]
  4. vgl. BGH, Beschluss vom 08.11.1996 – 2 StR 534/​96 Rn. 9; Urteil vom 27.04.2017 – 4 StR 434/​16 Rn. 8[]