Bewer­tungs­ein­heit beim BTM-Han­del – und die nicht gerin­ge Men­ge

Sämt­li­che Betä­ti­gun­gen, die sich im Rah­men ein und des­sel­ben Güter­um­sat­zes auf den Ver­trieb einer ein­heit­li­chen Rausch­gift­men­ge bezie­hen, wer­den vom gesetz­li­chen Tat­be­stand in dem pau­scha­lie­ren­den, ver­schie­den­ar­ti­ge Tätig­kei­ten umfas­sen­den Begriff des Han­del­trei­bens zu einer Bewer­tungs­ein­heit und damit zu einer Tat des Han­del­trei­bens ver­bun­den.

Bewer­tungs­ein­heit beim BTM-Han­del – und die nicht gerin­ge Men­ge

Dabei ist jedoch ent­schei­dend, dass sich die Bemü­hun­gen des Täters auf die­sel­be Rausch­gift­men­ge bezie­hen. Eine Bewer­tungs­ein­heit kommt daher ins­be­son­de­re dann in Betracht, wenn die Betäu­bungs­mit­tel aus einem ein­heit­li­chen Erwerbs­vor­gang stam­men, aber auch dann, wenn Dro­gen aus ver­schie­de­nen Erwerbs­vor­gän­gen zu einem ein­heit­li­chen Ver­kaufs­vor­rat ver­eint wer­den. Dem­ge­gen­über kann allein der gleich­zei­ti­ge Besitz ver­schie­de­ner zum Han­del­trei­ben bestimm­ter Men­gen aus ver­schie­de­nen Lie­fer­vor­gän­gen eine Bewer­tungs­ein­heit nicht begrün­den 1.

Gemes­sen an die­sen Maß­stä­ben han­del­te es sich im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall bei den (selbst auf­ge­zo­ge­nen) Mari­hua­na­Pflan­zen und der (gekauf­ten) erheb­li­chen Men­ge Mari­hua­na, die zunächst in einem ande­ren Kel­ler­raum gela­gert wur­de, nicht um die­sel­be Men­ge, zumal auch kei­ne Anhalts­punk­te dafür bestehen, dass das gela­ger­te Mari­hua­na aus der Auf­zucht­an­la­ge des Ange­klag­ten stamm­te. Viel­mehr liegt ledig­lich ein gleich­zei­ti­ger Besitz unter­schied­li­cher Men­gen vor, der eine Bewer­tungs­ein­heit nicht begrün­det.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 3. Sep­tem­ber 2019 – 1 StR 300/​19

  1. vgl. ins­ge­samt BGH, Beschluss vom 24.01.2017 – 3 StR 487/​16 Rn. 4 mwN[]