Blan­ko­fahr­schei­ne

Die Wei­ter­ga­be von (der Her­stel­lung von DB-Monats­fahr­schei­nen die­nen­den) Blan­ko­fahr­schei­nen durch einen Mit­ar­bei­ter stellt einen Dieb­stahl dar, weil der Mit­ar­bei­ter hier­durch den über­ge­ord­ne­ten Gewahr­sam sei­nes Arbeit­ge­bers bricht. Zugleich begeht er hier­durch Bei­hil­fe zur (spä­te­ren) Urkun­den­fäl­schung der Hin­ter­leu­te.

Blan­ko­fahr­schei­ne

Ein Laden­in­ha­ber besitzt hin­sicht­lich der in sei­nem Laden­ge­schäft befind­li­chen Waren im Hin­blick auf sei­ne jeder­zei­ti­ge Zugriffs­mög­lich­keit zumin­dest (Mit)Gewahrsam, ohne dass es im Ein­zel­nen dar­auf ankä­me, ob er Kon­trol­len über den Bestand der Waren vor­nimmt oder über­haupt weiß, ob und wie­vie­le der ein­zel­nen zum Ver­kauf ange­bo­te­nen Gegen­stän­de sich in der Gewahr­sams­sphä­re des Ladens befin­den.

Die Haupt­ta­ten der Urkun­den­fäl­schun­gen sind jeweils bereits mit der Her­stel­lung einer Fahr­kar­te voll­endet. Dem die Blan­ko­fahr­schei­ne wei­ter­ge­ben­den Mit­ar­bei­ter ist bewusst, dass die von ihm ent­wen­de­ten Blan­ko­fahr­schei­ne im Fol­gen­den bedruckt und wei­ter­ver­äu­ßert wer­den soll­ten.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 11. Febru­ar 2015 – 2 StR 210/​14