BTM-Ban­den­han­del – und die Fra­ge der Tat­ein­heit

Über­schnei­den sich die Bewer­tungs­ein­hei­ten der ver­schie­de­nen Lie­fe­run­gen je in einem Teil der Aus­füh­rungs­hand­lun­gen, etwa in der Lage­rung am glei­chen Ort zum Zwe­cke der Por­tio­nie­rung und gege­be­nen­falls gar bei einem gemein­sa­men anschlie­ßen­den Abver­kauf, tref­fen die­se Lie­fe­run­gen zumin­dest hin­sicht­lich des Besit­zes in einer tei­li­den­ti­schen Aus­füh­rungs­hand­lung zusam­men, sodass zwi­schen die­sen Bewer­tungs­ein­hei­ten Tat­ein­heit (§ 52 Abs. 1 Alter­na­ti­ve 2 StGB) anzu­neh­men ist 1.

BTM-Ban­den­han­del – und die Fra­ge der Tat­ein­heit

Dass die Betäu­bungs­mit­tel zuvor aus den Nie­der­lan­den ein­ge­führt wur­den (vgl. § 30 Abs. 1 Nr. 4 BtMG), ändert dar­an bei dem Delikt des Ban­den­han­dels (§ 30a Abs. 1 BtMG) nichts.

Inso­weit liegt die Beur­tei­lung der Kon­kur­renz­ver­hält­nis­se anders als in den vor­an­ge­gan­ge­nen acht Fäl­len des Han­del­trei­bens mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge (§ 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG); der Ver­bre­chens­tat­be­stand des § 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG ver­mag inso­weit wegen sei­ner gegen­über § 30 Abs. 1 Nr. 4 BtMG gerin­ge­ren Straf­an­dro­hung nicht die Ein­fuhr­de­lik­te zu Tat­ein­heit (§ 52 Abs. 1 StGB) zusam­men­zu­fas­sen 2. Hier­an hält der Bun­des­ge­richts­hof fest.

Ande­res gilt für die Fäl­le des Ban­den­han­dels (§ 30a Abs. 1 BtMG). Die­ser ver­bin­det die im Rah­men ein und des­sel­ben Güter­um­sat­zes auf­ein­an­der­fol­gen­den Teil­ak­te, ins­be­son­de­re den Teil­akt der uner­laub­ten Ein­fuhr, zu einer ein­zi­gen Tat im Sin­ne einer Bewer­tungs­ein­heit. Inso­weit kommt der Ein­fuhr neben dem Ban­den­han­del kei­ne selb­stän­di­ge recht­li­che Bedeu­tung zu 3. Dies bedeu­tet für die hier vor­lie­gen­de Fall­kon­stel­la­ti­on, dass die Ein­fuhr­vor­gän­ge – anders als beim Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge – die neun Bewer­tungs­ein­hei­ten des Ban­den­han­dels nicht von­ein­an­der tren­nen kön­nen; im Gegen­teil haben sie gegen­über dem ban­den­mä­ßi­gen Han­del­trei­ben kei­ne selb­stän­di­ge Bedeu­tung und wer­den daher nicht (als je tat­ein­heit­lich began­gen) aus­ge­ur­teilt 4.

Die Zusam­men­fas­sung der mehr­fach durch­ge­führ­ten Ein­kaufs­hand­lun­gen zu neun tat­ein­heit­li­chen Taten steht der Annah­me ban­den­mä­ßi­gen Han­delns nicht ent­ge­gen 5.

Da die ein­zel­nen Lie­fe­run­gen beim Haupt­tä­ter zu einer Tat (§ 52 Abs. 1 StGB) zusam­men­zu­fas­sen sind, kann der Gehil­fe auch nur in die­sem recht­li­chen Umfang Hil­fe geleis­tet haben (§ 27 StGB).

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. August 2018 – 3 StR 301/​18

  1. vgl. dazu nur BGH, Beschlüs­se vom 06.02.2018 – 3 StR 453/​17, NStZ-RR 2018, 184, 185; vom 24.01.2017 – 3 StR 487/​16, NStZ 2017, 711, 712; vom 22.02.2018 – 5 StR 622/​17 7[]
  2. dazu nur BGH, Beschlüs­se vom 15.02.2011 – 3 StR 3/​11; vom 06.02.2014 – 3 ARs 7/​13, NStZ-RR 2014, 146; vgl. auch BGH, Beschluss vom 06.12 2017 – 4 StR 395/​17 3 mit wei­te­ren umfang­rei­chen Nach­wei­sen[]
  3. sie­he nur BGH, Beschlüs­se vom 29.09.2009 – 3 StR 322/​09, NStZ 2010, 223 f.; vom 14.04.2015 – 3 StR 267/​14, NStZ 2015, 589, 590[]
  4. BGH aaO[]
  5. BGH, Urteil vom 17.06.2004 – 3 StR 344/​03, BGHSt 49, 177, 181 ff.; Beschluss vom 25.11.2013 – 5 StR 531/​13[]