BTM-Ein­fuhr – und der Ver­suchs­be­ginn

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs [1] beginnt der Ver­such der uner­laub­ten Ein­fuhr von Betäu- bungs­mit­teln in einem Kraft­fahr­zeug regel­mä­ßig erst kurz vor Errei­chen der Hoheits­gren­ze oder der vor ihr ein­ge­rich­te­ten Zoll- oder Kon­troll­stel­le.

BTM-Ein­fuhr – und der Ver­suchs­be­ginn

Denn zur Aus­füh­rung einer Straf­tat setzt der Täter erst dann unmit­tel­bar im Sin­ne des § 22 StGB an, wenn er Hand­lun­gen vor­nimmt, die nach dem Tat­plan im unge­stör­ten Fort­gang „unmit­tel­bar zur Tat­be­stands­er­fül­lung“ füh­ren sol­len oder die „im unmit­tel­ba­ren räum­li­chen und zeit­li­chen Zusam­men­hang“ mit ihr ste­hen, wenn er also sub­jek­tiv die Schwel­le zum „jetzt geht es los“ über­schrei­tet und objek­tiv zur tat­be­stands­mä­ßi­gen Angriffs­hand­lung ansetzt, so dass sein Tun ohne Zwi­schen­ak­te in die Tat­be­stands­er­fül­lung über­geht.

An einem unmit­tel­ba­ren räum­li­chen und zeit­li­chen Zusam­men­hang fehlt es des­halb in der Regel, wenn der in einem Kraft­fahr­zeug befind­li­che Täter noch eini­ge Kilo­me­ter bis zur Gren­ze zu über­win­den hat [2].

Im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall war der Ange­klag­te mit sei­nem Fahr­zeug an einer öster­rei­chi­schen Kon­troll­stel­le ange­hal­ten wor­den. Inso­weit hät­te es nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs genaue­rer Dar­le­gung des Land­ge­richts bedurft, wie weit die­se Kon­troll­stel­le von der Gren­ze ent­fernt war und wel­che Funk­ti­on sie – ange­sichts des­sen, dass zum Zeit­punkt der Kon­trol­le infol­ge des Schen­ge­ner Abkom­mens an der Bin­nen­gren­ze zwi­schen Öster­reich und Deutsch­land kei­ne Grenz­kon­trol­len statt­fan­den – hat­te.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 30. Juni 2016 – 1 StR 241/​16

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 06.09.1989 – 3 StR 268/​89, BGHSt 36, 249, 250; vom 14.05.1996 – 1 StR 245/​96, NStZ 1996, 507 f.; und vom 22.07.1992 – 2 StR 297/​92, wis­tra 1993, 26[]
  2. BGH, Beschluss vom 06.09.1989 – 3 StR 268/​89, BGHSt 36, 249, 250 f.[]