BTM-Han­del – und die Bewer­tungs­ein­heit

Alle Betä­ti­gun­gen, die sich auf den Betrieb der­sel­ben, in einem Akt erwor­be­nen Men­ge an Betäu­bungs­mit­teln rich­ten, wer­den als Bewer­tungs­ein­heit zu einer Tat des Han­del­trei­bens ver­bun­den, weil der Erwerb und der Besitz von Betäu­bungs­mit­teln, die zum Zwe­cke gewinn­brin­gen­der Ver­äu­ße­rung bereit­ge­hal­ten wer­den, bereits den Tat­be­stand des Han­del­trei­bens in Bezug auf die Gesamt­men­ge erfül­len.

BTM-Han­del – und die Bewer­tungs­ein­heit

Zu die­ser Tat gehö­ren als unselb­stän­di­ge Teil­ak­te alle spä­te­ren Ver­äu­ße­rungs­ge­schäf­te, soweit sie das­sel­be Rausch­gift betref­fen 1.

Nach die­sen Grund­sät­zen besteht in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall zwar hin­sicht­lich der jeweils in geson­der­ten Akten erwor­be­nen und anschlie­ßend geson­dert ver­äu­ßer­ten Mari­hua­na­men­gen für sich genom­men kei­ne Bewer­tungs­ein­heit. Indem aber der Ange­klag­te die aus dem Ein­kauf im Fall II.11 stam­men­de Rest­men­ge von 1 kg Amphet­amin zusam­men mit dem im Fall II.13 erwor­be­nen Mari­hua­na gemein­sam wei­ter­ver­äu­ßert hat, ist nach den von der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ent­wi­ckel­ten Grund­sät­zen zur Bewer­tungs­ein­heit eine ein­heit­li­che Tat des Han­del­trei­bens mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge nach § 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG gege­ben 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. März 2016 – 2 StR 487/​15

  1. st. Rspr. vgl. etwa BGH, Beschluss vom 12.01.2016 – 3 StR 467/​15 mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 27.09.2011 – 4 StR 421/​11, NStZ-RR 2012, 24, 25 mwN; Körner/​Patzak/​Volkmer, BtMG, 8. Aufl., § 29 Teil 4 Rn. 313[]