BTM-Han­del – und die Ein­zie­hung des Wert­er­sat­zes in Alt­fäl­len

Hin­sicht­lich der straf­recht­li­chen Ver­mö­gens­ab­schöp­fung kommt noch das bis zum 1.07.2017 gel­ten­de Recht zur Anwen­dung, wenn bereits vor dem 1.07.2017 eine erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung über die Anord­nung des Ver­falls oder des Ver­falls von Wert­er­satz ergan­gen ist (Art. 316h Sät­ze 1 und 2 EGStGB).

BTM-Han­del – und die Ein­zie­hung des Wert­er­sat­zes in Alt­fäl­len

Eine "Ent­schei­dung über die Anord­nung des Ver­falls oder Ver­falls von Wert­er­satz" im Sin­ne von Art. 316h Satz 2 EGStGB ist auch die Nicht­an­ord­nung einer die­ser Maß­nah­men1.

Dabei kommt es nicht dar­auf an, ob das Tat­ge­richt eine Ver­falls­an­ord­nung aus­drück­lich geprüft und in den Urteils­grün­den dar­ge­legt hat, wel­che der tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen es für nicht gege­ben hielt. Denn auch das nicht begrün­de­te Unter­blei­ben einer Ver­falls­an­ord­nung oder einer Anord­nung des Ver­falls von Wert­er­satz ist eine hier­zu ergan­ge­ne "Ent­schei­dung" im Sin­ne der Über­gangs­vor­schrift2.

Dass der Bun­des­ge­richts­hof das im ers­ten Rechts­gang ergan­ge­ne erst­in­stanz­li­che Urteil des Land­ge­richts vom 27.11.2015 hin­sicht­lich der Ver­falls­ent­schei­dung auf­ge­ho­ben hat, ändert hier­an nichts3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Mai 2018 – 1 StR 633/​17

  1. vgl. BT-Drs. 18/​11640, S. 84 sowie BT-Drs. 18/​9525, S. 98 und BGH, Urteil vom 29.03.2018 – 4 StR 568/​17 Rn. 25 mwN []
  2. vgl. BGH aaO – 4 StR 568/​17 mwN []
  3. vgl. BGH aaO – 4 StR 568/​17 Rn. 29 sowie Köhler/​Burkhard, NStZ 2017, 665, 682 []