BTM-Han­del – und die Fra­ge der Tat­ein­heit

Meh­re­re Fäl­le des uner­laub­ten Han­del­trei­bens mit Betäu­bungs­mit­teln bil­den nur dann eine ein­heit­li­che Tat, wenn sie ein und den­sel­ben Güter­um­satz betref­fen.

BTM-Han­del – und die Fra­ge der Tat­ein­heit

Dies ist nicht der Fall, wenn offen­bleibt, inwie­weit die den ein­zel­nen Ver­käu­fen bzw. Abga­ben jeweils zugrun­de lie­gen­den Betäu­bungs­mit­tel aus einem ein­heit­li­chen, zuvor erwor­be­nen Vor­rat her­rüh­ren [1]. Auch der Zwei­fels­satz gebie­tet in sol­chen Fäl­len nicht die Annah­me einer ein­heit­li­chen Tat [2].

Auch der Umstand, dass in der Woh­nung der Ange­klag­ten 23, 03 g Metham­phet­amin sicher­ge­stellt wur­den, führt nicht zur Annah­me einer Bewer­tungs­ein­heit zwi­schen zwei Fäl­len des Han­del­trei­bens mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge. Zwar ist das Land­ge­richt hier Land­ge­richt zuguns­ten der Ange­klag­ten davon aus­ge­gan­gen, dass die Beschaf­fungs­men­ge in den ein­zel­nen Fäl­len die­ses Tat­kom­ple­xes (nur) min­des­tens 15 g Metham­pet­amin betrug. Da es sich hier­bei jedoch um Min­dest­fest­stel­lun­gen han­delt, ist es mög­lich, dass die 23, 03 g Metham­phet­amin aus einem ein­zel­nen Erwerb stamm­ten. Der Zwei­fels­satz gebie­tet auch in einem sol­chen Fall nicht die zu einer Bewer­tungs­ein­heit füh­ren­de Annah­me, dass die sicher­ge­stell­te Betäu­bungs­mit­tel­men­ge aus meh­re­ren Erwerbs­vor­gän­gen stamm­te. Selbst wenn die­se Men­ge aus meh­re­ren Rausch­gif­ter­wer­ben stam­men soll­te, wür­de der gleich­zei­ti­ge Besitz die­ser Men­gen die hier­auf bezo­ge­nen Hand­lun­gen nicht zu einer Tat des Han­del­trei­bens ver­bin­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 22. Novem­ber 2016 – 1 StR 329/​16

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 23.05.2012 – 5 StR 12/​12, NStZ 2012, 517[]
  2. st. Rspr.; vgl. z.B. BGH, Urteil vom 26.10.2015 – 1 StR 317/​15, Rn. 49 und Beschluss vom 23.05.2012 – 5 StR 12/​12, NStZ 2012, 517 f. mwN[]