BTM-Han­del – und die mit­ge­führ­te Waf­fe

Ein Mit­sich­füh­ren von Gegen­stän­den, die zur Ver­let­zung von Per­so­nen geeig­net und bestimmt sind, im Sin­ne des § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG liegt dann vor, wenn der Täter gefähr­li­che Gegen­stän­de bewusst gebrauchs­be­reit in der Wei­se bei sich hat, dass er sich ihrer jeder­zeit bedie­nen kann 1.

BTM-Han­del – und die mit­ge­führ­te Waf­fe

Hier­für genügt, dass die gefähr­li­chen Gegen­stän­de dem Täter in irgend­ei­nem Sta­di­um des Tat­her­gangs zur Ver­fü­gung ste­hen, d.h. so in sei­ner räum­li­chen Nähe sich befin­den, dass er sich ihrer jeder­zeit, also ohne nen­nens­wer­ten Zeit­auf­wand und ohne beson­de­re Schwie­rig­kei­ten bedie­nen kann 2.

Setzt sich die Tat aus meh­re­ren Ein­zel­ak­ten zusam­men, so reicht es nach stän­di­ger Recht­spre­chung zur Tat­be­stands­er­fül­lung aus, wenn der qua­li­fi­zie­ren­de Umstand des Mit­sich­füh­rens eines gefähr­li­chen Gegen­stands nur bei einem Ein­zel­akt ver­wirk­licht ist.

Dem­ge­mäß sind die Vor­aus­set­zun­gen des § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG als erfüllt ange­se­hen wor­den in Fäl­len, in denen dem Han­del trei­ben­den Täter eine Waf­fe bei Dro­gen­ver­kaufs­fahr­ten, in sei­nem Vor­rats­la­ger oder beim Stre­cken oder Por­tio­nie­ren griff­be­reit zur Ver­fü­gung stand, da es sich hier­bei um eigen­nüt­zi­ge, auf den Umsatz von Betäu­bungs­mit­teln gerich­te­te Tätig­kei­ten han­delt 3.

Für ein Mit­sich­füh­ren reicht es daher auch aus, wenn der Täter, der einen gefähr­li­chen Gegen­stand in sei­ner Woh­nung zur Ver­fü­gung hat, die Betäu­bungs­mit­tel in sei­ner Woh­nung streckt und por­tio­niert, aber nach tele­fo­ni­schen Ver­kaufs­ge­sprä­chen die Ware, ohne den Gegen­stand bei sich zu haben, außer­halb der Woh­nung über­gibt 4.

Eben­so liegt Mit­sich­füh­ren vor, wenn der Täter einen gefähr­li­chen Gegen­stand allein bei Vor- oder Zwi­schen­ver­hand­lun­gen griff­be­reit zur Ver­fü­gung hat 5.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Juni 2015 – 1 StR 211/​15

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 28.11.2013 – 5 StR 576/​13, Rn. 4, BGHR BtMG § 30a Abs. 2 Nr. 2 Gegen­stand 1; und vom 14.11.1996 – 1 StR 609/​96, NStZ 1997, 137; BGH, Urteil vom 20.09.1996 – 2 StR 300/​96, BGH NStZ-RR 1997, 16[]
  2. vgl. BGH, Urtei­le vom 15.11.2007 – 4 StR 435/​07, Rn. 10, BGHSt 52, 89, 93; und vom 21.03.2000 – 1 StR 441/​99, BGH NStZ 2000, 433; Patzak in Körner/​Patzak/​Volkmer, BtMG, 7. Aufl.2012, § 30a Rn. 75 mwN[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 28.11.2013 – 5 StR 576/​13, BGHR BtMG § 30a Abs. 2 Nr. 2 Gegen­stand 1 mwN[]
  4. vgl. BGH, Urteil vom 28.02.1997 – 2 StR 556/​96, BGHSt 43, 8[]
  5. vgl. Patzak aaO Rn. 78 mwN aus der Recht­spre­chung[]
  6. BGH, Urteil vom 28.02.1997 – 2 StR 556/​96, BGHSt 43, 8, 10[]