Das beim Dea­ler gefun­de­ne Geld

Geld rührt im Ergeb­nis aus den abge­ur­teil­ten Betäu­bungs­mit­tel­straf­ta­ten her, auch wenn es sich bei dem Bar­geld nicht mehr um sol­ches han­delt, das ihm jeweils als kon­kre­tes Ent­gelt für die Ver­äu­ße­rung des Hero­ins von sei­nen Abneh­mern über- geben wor­den ist.

Das beim Dea­ler gefun­de­ne Geld

Es ent­spricht gera­de dem mit dem Ver­fall und sei­nen Modi­fi­ka­tio­nen ver­folg­ten Geset­zes­zweck, einem Straf­tä­ter jeden­falls das­je­ni­ge wie­der zu ent­zie­hen, was er aus der Tat unrecht­mä­ßig erlangt hat 1 und im Zeit­punkt der Anord­nungs­ent­schei­dung als rea­ler Ver­mö­gens­ge­gen­stand bei ihm noch vor­han­den ist.

Die Ver­mö­gens­ab­schöp­fung ver­folgt ins­ge­samt den Zweck, dem Straf­tä­ter delik­tisch erlang­te Ver­mö­gens­ge­gen­stän­de wie­der zu ent­zie­hen und dadurch die durch die vor­han­de­ne Berei­che­rung des Straf­tä­ters ver­bun­de­ne Stö­rung der Rechts­ord­nung zu besei­ti­gen 2.

Die mit dem Instru­ment der Ver­mö­gens­ab­schöp­fung auch ange­streb­te gene­ral­prä­ven­ti­ve Wir­kung, durch die Anord­nung von Ver­fall oder sei­nen Abwand­lun­gen der Rechts­ge­mein­schaft vor Augen zu füh­ren, dass straf­rechts­wid­ri­ge Berei­che­run­gen nicht gedul­det wer­den und Straf­ta­ten sich nicht loh­nen 3, wür­de ver­fehlt, wenn dem Straf­tä­ter noch kon­kret vor­han­de­nes, delik­tisch erlang­tes Ver­mö­gen belas­sen wür­de.

Schon des­halb darf das Tat­ge­richt sein Ermes­sen feh­ler­frei dahin­ge­hend aus­üben, nicht weni­ger als den auf­ge­fun­de­nen Geld­be­trag dem Wert­er­satz­ver­fall zu unter­wer­fen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 7. Sep­tem­ber 2016 – 1 StR 326/​16

  1. vgl. BT-Drs. IV/​650 S. 241 und 245; sie­he auch BVerfG, Beschluss vom 14.01.2004 – 2 BvR 564/​95, BVerfGE 110, 1, 16[]
  2. BVerfG aaO, BVerfGE 110, 1, 18[]
  3. BVerfG aaO, BVerfGE 110, 1, 19 f.[]