Das Drei­fa­che der nicht mehr gerin­gen Men­ge

Für den Bun­des­ge­richts­hof bestehen durch­grei­fen­de recht­li­che Beden­ken dage­gen, einem Ange­klag­ten bei der Straf­rah­men­wahl und bei der Straf­zu­mes­sung im enge­ren Sinn straf­schär­fend anzu­las­ten, dass die nicht gerin­ge Men­ge von Betäu­bungs­mit­teln "jeweils um ein Mehr­fa­ches über­schrit­ten" sei.

Das Drei­fa­che der nicht mehr gerin­gen Men­ge

Eine ledig­lich gerin­ge Über­schrei­tung der Unter­gren­ze zur nicht gerin­gen Men­ge kann sogar ein Straf­mil­de­rungs­grund sein 1.

Dem­ge­gen­über ist das Drei­fa­che der nicht gerin­gen Men­ge an Betäu­bungs­mit­teln noch nicht als bestim­men­der Straf­schär­fungs­grund zu bewer­ten 2.

Eine sol­che Über­schrei­tung der Unter­gren­ze schließt im Ein­zel­fall die Annah­me eines min­der schwe­ren Falls des uner­laub­ten Han­del­trei­bens mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge nicht aus 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 31. März 2016 – 2 StR 36/​16

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 24.07.2012 – 2 StR 166/​12, BGHR BtMG § 29 Straf­zu­mes­sung 39[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 25.02.2016 – 2 StR 39/​16[]
  3. vgl. Patzak in Körner/​Patzak/​Volkmer, Betäu­bungs­mit­tel­ge­setz, 8. Aufl., § 29a BtMG Rn. 125; Weber, Betäu­bungs­mit­tel­ge­setz, 4. Aufl., § 29a Rn. 212[]