Das fal­sche Kenn­zei­chen im Buß­geld­be­scheid

Die blo­ße – offen­sicht­lich irr­tüm­lich – fal­sche Anga­be des Kenn­zei­chens eines Fahr­zeugs, mit dem ein Ver­kehrs­ver­stoß began­gen wur­de, im Buß­geld­be­scheid, führt dann nicht zu der Annah­me, dass es sich bei der abge­ur­teil­ten Tat und dem Tat­vor­wurf des Buß­geld­be­scheids um unter­schied­li­che pro­zes­sua­le Taten han­delt, wenn die Tati­den­ti­tät anhand der übri­gen Tat­merk­ma­le zwei­fels­frei fest­steht.

Das fal­sche Kenn­zei­chen im Buß­geld­be­scheid

Der Betrof­fe­ne wur­de ver­ur­teilt, weil er mit sei­nem PKW VW Q (Kenn­zei­chen DO-AB 1234) am 18.01.2014 gegen 13.35 Uhr die G-Stra­ße in Dort­mund in süd­li­cher Rich­tung ohne Umwelt­pla­ket­te befuhr. Mit dem Buß­geld­be­scheid war ihm zur Last gelegt wor­den, am 18.01.2014 um 13.35 Uhr auf der G‑Straße in Dort­mund mit einem PKW VW Q (Kenn­zei­chen DO-CD 5678) am Ver­kehr ohne Umwelt­pla­ket­te teil­ge­nom­men zu haben. Die abge­ur­teil­te und die im Buß­geld­be­scheid umschrie­be­ne Tat sind, so das Ober­lan­des­ge­richt Hamm, mit­hin iden­tisch. Die blo­ße abwei­chen­de, offen­sicht­lich irr­tüm­li­che, Kenn­zei­chen­an­ga­be im Buß­geld­be­scheid führt nicht zu der Bewer­tung, dass es sich dort um eine ande­re pro­zes­sua­le Tat han­deln muss, da die übri­gen Merk­ma­le der Tat­be­schrei­bung ein­deu­tig erge­ben, dass es sich um die­sel­be Tat han­deln muss.

Das Ober­lan­des­ge­richt Hamm hat im Hin­blick auf die Argu­men­ta­ti­on des Betrof­fe­nen erwo­gen, ob zumin­dest die Ver­fah­rens­kos­ten nach § 21 GKG nie­der­ge­schla­gen wer­den müss­ten. Dies ist aber nicht der Fall. Da der Betrof­fe­ne wegen der o.g. Tat ver­ur­teilt wur­de, ist es nicht glaub­haft, dass er ledig­lich zur Ver­mei­dung, dass er für eine von ihm nicht began­ge­ne Tat bebußt wür­de, Ein­spruch gegen den Buß­geld­be­scheid ein­ge­legt hat, wäh­rend er – wenn er gewusst hät­te, dass ihm mit dem Buß­geld­be­scheid die Tat zur Last gelegt wur­de, die auch spä­ter abge­ur­teilt wur­de – ansons­ten kei­nen Ein­spruch ein­ge­legt hät­te. Die über­ein­stim­men­den Merk­ma­le zwi­schen abge­ur­teil­ter und im Buß­geld­be­scheid beschrie­be­ner Tat über­wie­gen der­art, dass der Betrof­fe­ne nicht ernst­haft glau­ben konn­te, ein Drit­ter hät­te an der­sel­ben Stel­le, zur sel­ben Zeit mit dem­sel­ben Fahr­zeug­typ einen gleich­ar­ti­gen Ver­stoß vor­ge­nom­men.

Ober­lan­des­ge­richt Hamm, Beschluss vom 3. Juli 2014 – 1 RBs 108/​14