Das fal­sche Num­mern­schild – und die gewerbs­mä­ßig began­ge­ne Urkundenfälschung

Gewerbs­mä­ßig im Sin­ne des § 267 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 StGB han­delt, wer eine Urkun­den­fäl­schung in der Absicht begeht, sich dar­aus durch wie­der­hol­te Tat­be­ge­hung eine fort­lau­fen­de Ein­nah­me­quel­le von eini­ger Dau­er und Umfang zu verschaffen.

Das fal­sche Num­mern­schild – und die gewerbs­mä­ßig began­ge­ne Urkundenfälschung

Dabei reicht es aus, dass

  • der Täter mit­tel­ba­re geld­wer­te Vor­tei­le [1] anstrebt [2] oder
  • die Tat einem auf Gewinn­erzie­lung gerich­te­ten Gesamt­zweck dient [3].

So auch in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall, in dem die Ange­klag­ten und ihre Mit­tä­ter bei den An- und Abfahr­ten zu ihren Dieb­stahls­ver­su­chen jeweils einen Pkw benutz­ten, an dem ein für ein ande­res Fahr­zeug aus­ge­ge­be­nes amt­li­ches Kenn­zei­chen ange­bracht war.

Das dar­in lie­gen­de Gebrauch­ma­chen von einer unech­ten zusam­men­ge­setz­ten Urkun­de gemäß § 267 Abs. 1 3. Fall StGB [4] dien­te dabei ersicht­lich auch dazu, den Abtrans­port der erwar­te­ten Tat­beu­te abzu­si­chern und wei­te­re ein­träg­li­che Dieb­stahls­ta­ten zu ermög­li­chen. Dies reicht für die Annah­me einer gewerbs­mä­ßi­gen Bege­hungs­wei­se aus.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 1. Juli 2020 – 4 StR 125/​20

  1. gege­be­nen­falls auch über Drit­te[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 30.06.2015 – 4 StR 190/​15, NStZ 2016, 28; Urteil vom 01.07.1998 – 1 StR 246/​98, NStZ 1998, 622, 633 [zu § 261 Abs. 4 Satz 2 StGB]; Beschluss vom 17.09.1999 – 2 StR 301/​99 Rn. 6 f.[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 02.11.2010 – 1 StR 579/​09; Urteil vom 25.06.2003 – 1 StR 469/​02, NStZ-RR 2003, 297, 298 [Ver­wen­dung ver­un­treu­ter Gel­der zur Scha­dens­wie­der­gut­ma­chung, um eine Fort­set­zung der Straf­ta­ten zu ermög­li­chen][]
  4. vgl. BGH, Beschluss vom 28.01.2014 – 4 StR 528/​13, NJW 2014, 871 Rn. 5 mwN[]

Bild­nach­weis: