Das Han­deln des Geschäfts­füh­rers – und die beson­de­ren per­sön­li­chen Merk­ma­le nach Auf­ga­be der „Inter­es­sen­theo­rie“

Nach­dem der Bun­des­ge­richts­hof bei der Aus­le­gung von § 14 StGB die sog. „Inter­es­sen­theo­rie“ auf­ge­ge­ben hat, ist in der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung noch nicht in allen Ein­zel­hei­ten geklärt, unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen ein Han­deln als Ver­tre­ter oder Organ bzw. Beauf­trag­ter vor­liegt [1].

Das Han­deln des Geschäfts­füh­rers – und die beson­de­ren per­sön­li­chen Merk­ma­le nach Auf­ga­be der „Inter­es­sen­theo­rie“

Jeden­falls agiert der Han­deln­de aber in sei­ner Eigen­schaft als ver­tre­tungs­be­rech­tig­tes Organ, wenn er im Geschäfts­kreis des Ver­tre­te­nen tätig wird [2].

Das ist jeden­fall der Fall, wenn er durch die auf sei­ne Ver­an­las­sung erfolg­ten Trans­ak­tio­nen vom Bank­kon­to der GmbH bewirkt, dass die Ansprü­che der GmbH gegen die kon­to­füh- ren­de Bank erlo­schen sind. Schon wegen die­ser recht­li­chen Bin­dung des Gesell­schafts­ver­mö­gens liegt ein Han­deln im Geschäfts­kreis der ver­tre­te­nen GmbH vor.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. März 2016 – 1 StR 628/​15

  1. zu den Anfor­de­run­gen an den Ver­tre­tungs­be­zug bei § 14 StGB: BGH, Beschluss vom 15.05.2012 – 3 StR 118/​11, BGHSt 57, 229, 237 f. Rn. 22 bis 25; sie­he auch BGH, Beschluss vom 13.02.2014 – 1 StR 336/​13, wis­tra 2014, 354, 357 Rn. 68[]
  2. vgl. BGH jeweils aaO[]