Das Abho­len der Anwalts­post in der Fuß­gän­ger­zo­ne

Zum Lie­fer­ver­kehr in einer Fuß­gän­ger­zo­ne zählt nicht das Holen der Anwalts­post bei der Post­fi­lia­le.

Das Abho­len der Anwalts­post in der Fuß­gän­ger­zo­ne

So hat das Ober­lan­des­ge­richt Köln in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Rechts­be­schwer­de­ver­fah­rens eines Lever­ku­se­ner Anwalts ent­schie­den. Die­ser woll­te sei­ne Post holen, die sich in sei­nem Post­fach in der Post­fi­lia­le befand, und war mit sei­nem Mer­ce­des – Benz bei der Post­fi­lia­le in der Fuß­gän­ger­zo­ne vor­ge­fah­ren. Gegen das Buß­geld von 30 Euro hat­te er sich mit Hin­weis auf das Schild "Lie­fer­ver­kehr frei“ gewehrt. Nach­dem das Amts­ge­richt Lever­ku­sen das Holen der Anwalts­post nicht als "Lie­fer­ver­kehr" ein­ge­stuft hat­te, hat der Anwalt sein Ziel vor dem Ober­lan­des­ge­richt Köln wei­ter ver­folgt.

In sei­ner Ent­schei­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Köln aus­ge­führt, dass schon nach dem Wort­sinn unter Lie­fer­ver­kehr in ers­ter Linie der Trans­port von Waren und Gegen­stän­den von und zum Kun­den gemeint sei. Fuß­gän­ger­zo­nen dien­ten dem Schutz der Fuß­gän­ger, die Gele­gen­heit haben sol­len, sich dort unbe­hin­dert und unbe­läs­tigt von Kraft­fahr­zeu­gen auf­zu­hal­ten, ohne dass sie dabei erschreckt, gefähr­det oder über­rascht wer­den. Des­halb sei­en nur eng begrenz­te Aus­nah­men vom Ver­bot des moto­ri­sier­ten Stra­ßen­ver­kehrs zuzu­las­sen. Es sei nicht Sinn und Zweck der Aus­nah­me­vor­schrift, den Gewer­be­trei­ben­den bei der Vor­nah­me von Aller­welts­ge­schäf­ten zu pri­vi­le­gie­ren, wie sie bei jedem ande­ren Geschäfts­tä­ti­gen aber auch bei Pri­va­ten anfal­len und die in kei­nem unmit­tel­ba­ren Zusam­men­hang mit sei­ner Geschäfts­tä­tig­keit ste­hen. Dies sei beim Holen der Anwalts­post der Fall.

Ober­lan­des­ge­richt Köln, Beschluss vom 2. Mai 2018 – III-1 RBs 113/​18