Das im Straf­aus­spruch mit den Fest­stel­lun­gen auf­ge­ho­be­ne Straf­ur­teil

Es stellt einen sach­lich­recht­li­chen Man­gel dar, wenn das Tat­ge­richt, wel­ches nach der Auf­he­bung eines frü­he­ren Urteils mit den Fest­stel­lun­gen zu neu­er Ver­hand­lung und Ent­schei­dung beru­fen ist, sei­nem Urteil nicht nur eige­ne, son­dern auch auf­ge­ho­be­ne Fest­stel­lun­gen zugrun­de legt 1.

Das im Straf­aus­spruch mit den Fest­stel­lun­gen auf­ge­ho­be­ne Straf­ur­teil

Hebt das Revi­si­ons­ge­richt ein Urteil im Straf­aus­spruch mit den Fest­stel­lun­gen auf, blei­ben nur die Fest­stel­lun­gen bestehen,

  • in denen die gesetz­li­chen Merk­ma­le der dem Ange­klag­ten zur Last geleg­ten Straf­tat gefun­den wor­den sind, und
  • sol­che Bestand­tei­le der Sach­ver­halts­schil­de­rung, aus denen der frü­he­re Tatrich­ter im Rah­men der Beweis­wür­di­gung sei­ne Über­zeu­gung von der Schuld des Ange­klag­ten abge­lei­tet hat und die das Tat­ge­sche­hen im Sin­ne eines geschicht­li­chen Vor­gangs näher beschrei­ben, zum Bei­spiel die Umstän­de schil­dern, die der Tat­aus­füh­rung das ent­schei­den­de Geprä­ge gege­ben haben.

Hier­zu gehört das im auf­ge­ho­be­nen Urteil fest­ge­stell­te Nacht­at­ge­sche­hen nicht.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Okto­ber 2019 – 4 StR 528/​19

  1. BGH, Beschlüs­se vom 22.08.2018 – 3 StR 128/​18, NStZ-RR 2018, 382 [Ls]; vom 29.05.2012 – 3 StR 156/​12, wis­tra 2012, 356; vom 28.03.2007 – 2 StR 62/​07, BGHR StPO § 353 Abs. 2 Ten­orie­rung 1; vom 15.03.1988 – 5 StR 87/​88, NStZ 1988, 309[]