Das frem­de Num­mern­schild – und die tat­ein­heit­li­chen Fahr­ten

Das Anbrin­gen eines frem­den Fahr­zeug­kenn­zei­chens an dem Auto des Ange­klag­ten ist als Her­stel­len einer unech­ten (zusam­men­ge­setz­ten) Urkun­de (§ 267 Abs. 1, 1. Vari­an­te StGB) zu wer­ten.

Das frem­de Num­mern­schild – und die tat­ein­heit­li­chen Fahr­ten

Gleich­zei­tig wird hier­von Gebrauch gemacht (§ 267 Abs. 1, 3. Vari­an­te StGB), indem das mit dem frem­den Kenn­zei­chen ver­se­he­ne Fahr­zeug im öffent­li­chen Stra­ßen­ver­kehr genutzt und dadurch den ande­ren Ver­kehrs­teil­neh­mern sowie mit der Ver­kehrs­über­wa­chung befass­ten Poli­zei­be­am­ten die unmit­tel­ba­re Kennt­nis­nah­me der am Fahr­zeug ange­brach­ten Kenn­zei­chen ermög­licht wird [1].

Aller­dings liegt nur eine Urkun­den­fäl­schung vor, wenn eine gefälsch­te Urkun­de mehr­fach gebraucht wird und die­ser mehr­fa­che Gebrauch dem schon bei der Fäl­schung bestehen­den kon­kre­ten Gesamt­vor­satz des Täters ent­spricht [2].

Das hat zur Fol­ge, dass der mit meh­re­ren Fahr­ten ver­wirk­lich­te Gebrauch einer unech­ten Urkun­de und deren vor­an­ge­gan­ge­ne Her­stel­lung als tat­be­stand­li­che Hand­lungs­ein­heit eine Tat der Urkun­den­fäl­schung bil­den und damit auch die wei­te­ren wäh­rend der bei­den Fahr­ten began­ge­nen Delik­te hier­zu in Tat­ein­heit ste­hen [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. April 2018 – 5 StR 85/​18

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 28.01.2014 – 4 StR 528/​13, NJW 2014, 871[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 30.10.2008 – 3 StR 156/​08, BGHR StGB § 267 Abs. 1 Kon­kur­ren­zen 3; und vom 16.07.2015 – 4 StR 279/​15[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 16.07.2015 – 4 StR 279/​15 mwN[]