Das auf den Rechtsfolgenausspruch beschränk­te Rechtsmittel – und die Sicherungsverfahren

Die Rechtsmittelbeschränkung ist wirk­sam, wenn Schuldspruch und Rechtsfolgenausspruch kei­ne so enge Verbindung auf­wei­sen, dass – aus­nahms­wei­se 1 – eine getrenn­te Überprüfung des ange­foch­te­nen Teils nicht mög­lich wäre.

Das auf den Rechtsfolgenausspruch beschränk­te Rechtsmittel – und die Sicherungsverfahren

Auch inner­halb des Ausspruchs über die Rechtsfolgen besteht zwi­schen dem Strafausspruch und der Unterbringung in der Sicherungsverwahrung grund­sätz­lich kei­ne der Beschränkung ent­ge­gen­ste­hen­de Wechselwirkung 2.

Ein Ausnahmefall, bei dem auf Grund des Inhalts der Urteilsgründe im kon­kre­ten Fall ein inne­rer Zusammenhang zwi­schen Strafe und Anordnung der vor­be­hal­te­nen Sicherungsverwahrung bzw. Nichtanordnung der Maßregel nicht aus­zu­schlie­ßen ist 3, liegt nicht vor, wenn sich aus dem Urteil kei­ner­lei Anhaltspunkte dafür erge­ben, dass das Tatgericht die Höhe der Einzelstrafen – hier unter ande­rem einer lebens­lan­gen Freiheitsstrafe – in Abhängigkeit zu der Maßregelanordnung gebracht hat.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 13. September 2018 – 1 StR 611/​17

  1. näher Paul in Karlsruher Kommentar, StPO, 7. Aufl., § 318 Rn. 7a mwN
  2. BGH, Urteile vom 28.04.2015 – 1 StR 594/​14 22 f.; vom 24.11.2011 – 4 StR 331/​11, NStZ-RR 2012, 156, 157; vom 24.03.2010 – 2 StR 10/​10, NStZ-RR 2010, 239; und vom 10.10.2006 – 1 StR 284/​06, NStZ 2007, 212, 213
  3. sie­he dazu BGH, Urteil vom 23.02.1994 – 3 StR 679/​93, NStZ 1994, 280, 281