Das Schwei­gen des Vaters im Ermitt­lungs­ver­fah­ren

Der Bun­des­ge­richts­hof hat in stän­di­ger Recht­spre­chung den Grund­satz her­vor­ge­ho­be­nen, dass die Unglaub­wür­dig­keit eines zur Ver­wei­ge­rung des Zeug­nis­ses berech­tig­ten Zeu­gen aus Rechts­grün­den nicht dar­aus her­ge­lei­tet wer­den darf, die­ser habe im Ermitt­lungs­ver­fah­ren geschwie­gen und erst in der Haupt­ver­hand­lung sei­ne ent­las­ten­den Anga­ben gemacht.

Das Schwei­gen des Vaters im Ermitt­lungs­ver­fah­ren

Denn selbst die Ver­wei­ge­rung des Zeug­nis­ses hät­te nicht zum Nach­teil des Ange­klag­ten gewer­tet wer­den dür­fen.

Wür­de die Tat­sa­che, dass ein Zeug­nis­ver­wei­ge­rungs­be­rech­tig­ter von sich aus (zunächst) nichts zur Auf­klä­rung bei­getra­gen hat, geprüft und gewer­tet, so könn­te er von sei­nem Schwei­ge­recht nicht mehr unbe­fan­gen Gebrauch machen, weil er befürch­ten müss­te, dass dar­aus spä­ter nach­tei­li­ge Schlüs­se zu Las­ten des Ange­klag­ten gezo­gen wür­den 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. Okto­ber 2017 – 3 StR 401/​17

  1. BGH, Urteil vom 02.04.1987 – 4 StR 46/​87, BGHR StPO § 52 Abs. 1 Ver­wei­ge­rung 1; Beschlüs­se vom 13.08.2009 – 3 StR 168/​09, NStZ 2010, 101, 102; vom 08.12 2015 – 3 StR 298/​15, NStZ 2016, 301[]