Das Tat­op­fer als allei­ni­ger Zeu­ge – und die Anfor­de­run­gen an die Beweis­wür­di­gung

Die Beweis­wür­di­gung des Land­ge­richts ist lücken­haft, wenn den Urteils­grün­den nicht ent­nom­men wer­den kann, dass das Tat­ge­richt alle Umstän­de, die geeig­net waren, sei­ne Ent­schei­dung zu beein­flus­sen, erkannt und in sei­ne Über­le­gun­gen mit­ein­be­zo­gen hat.

Das Tat­op­fer als allei­ni­ger Zeu­ge – und die Anfor­de­run­gen an die Beweis­wür­di­gung

Dies ist zwar gene­rell erfor­der­lich, ins­be­son­de­re aber dann unab­ding­bar, wenn der Tatrich­ter – wie vor­lie­gend – sei­ne Fest­stel­lun­gen zum Tat­kern­ge­sche­hen allein auf die Anga­ben des (ver­meint­li­chen) Tat­op­fers stützt und daher sei­ne Urteils­fin­dung maß­geb­lich von der Beant­wor­tung der Fra­ge abhängt, ob die­sem zu glau­ben ist oder nicht.

Hat der ein­zi­ge Belas­tungs­zeu­ge zudem wei­te­re Straf­ta­ten behaup­tet, von denen sich das Gericht nicht zu über­zeu­gen ver­mag, so gewinnt das in die­sem Rah­men beson­de­rer Bedeu­tung und bedarf nähe­rer Erör­te­rung 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. Febru­ar 2017 – 3 StR 404/​16

  1. BGH, Urteil vom 20.02.2014 – 3 StR 289/​13 14 mwN[]