Das Tra­gen der „Ban­di­dos-Kut­te”

Wer­den beim Tra­gen einer „Kut­te der Ban­di­dos” kei­ne Kenn­zei­chen von ver­bo­te­nen Ver­ei­nen in ande­ren Orten (wie Aachen oder Neu­müns­ter) ver­wen­det, ist das Tra­gen der „Ban­di­dos-Kut­te” mit Orts­zu­satz „Bochum” bzw. „Unna” nicht straf­bar. Maß­geb­lich ist der Gesamt­ein­druck der Kut­te, der ent­schei­dend durch den Orts­zu­satz geprägt wird.

Das Tra­gen der „Ban­di­dos-Kut­te”

So hat das Land­ge­richt Bochum in dem hier vor­lie­gen­den Fall zwei­er ange­klag­ter Ban­di­dos ent­schie­den und sie frei­ge­spro­chen. Die bei­den Kut­ten­trä­ger hat­ten sich selbst wegen Ver­sto­ßes gegen das Kut­ten­ver­bot ange­zeigt und die Staats­an­walt­schaft hat Ankla­ge erho­ben. Mit Beschluss vom 3. Sep­tem­ber 2014 hat das Land­ge­richt Bochum die Ankla­ge der Staat­an­walt­schaft Bochum gegen die Mit­glie­der des MC Ban­di­dos wegen des öffent­li­chen Tra­gens „der Ver­eins­kut­ten” zuge­las­sen und das Haupt­ver­fah­ren eröff­net.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Land­ge­richt Bochum aus­ge­führt, dass die Ange­klag­ten durch das Tra­gen ihrer „Kut­te” mit den Auf­nä­hern: „Ban­di­dos , fat mexi­can” sowie dem Orts­zu­satz „Bochum” bzw. „Unna” kei­ne Kenn­zei­chen der ver­bo­te­nen „Schwes­ter­ver­ei­ne” Aachen bezie­hungs­wei­se Neu­müns­ter ver­wen­det haben. Maß­geb­lich sei nach Auf­fas­sung des Land­ge­richts Bochum der Gesamt­ein­druck, der ent­schei­dend durch den Orts­zu­satz geprägt wird, wobei es auf den Ein­druck eines objek­ti­ven Beob­ach­ters ankom­me. Wei­ter­hin führ­te das Land­ge­richt unter nähe­rer Begrün­dung aus, dass eine ande­re Aus­le­gung zu einer unver­hält­nis­mä­ßi­gen Beschrän­kung der Ver­eins­aus­übung nicht ver­bo­te­ner Ver­ei­ne füh­ren wür­de.

Aus die­sen Grün­den waren die bei­den Ange­klag­ten frei­zu­spre­chen.

Mit die­ser Ent­schei­dung gibt sich die Staats­an­walt­schaft wohl nicht zufrie­den und hat schon vor Urteils­ver­kün­dung in einem sol­chen Fall ange­kün­digt, ihr Ziel mit der Anru­fung der nächs­ten Instanz wei­ter zu ver­fol­gen.

Land­ge­richt Bochum, Urteil vom 28. Okto­ber 2014