DDR-Haft, straf­recht­li­che Reha­bi­li­ta­ti­on und das Insol­venz­ver­fah­ren

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist ein dem Schuld­ner wegen rechts­staats­wid­ri­ger Straf­ver­ur­tei­lung und zu Unrecht in der ehe­ma­li­gen DDR erlit­te­ner Haft gemäß § 17 StrRe­haG zuer­kann­ter Ent­schä­di­gungs­an­spruch pfänd­bar und gehört des­halb in die Insol­venz­mas­se [1].

DDR-Haft, straf­recht­li­che Reha­bi­li­ta­ti­on und das Insol­venz­ver­fah­ren

Dem­entspre­chend gehört der dem Schuld­ner zuer­kann­te Betrag zur Insol­venz­mas­se, so dass nach Auf­he­bung des Insol­venz­ver­fah­rens eine Nach­trags­ver­tei­lung des fest­ge­setz­ten Betra­ges anzu­ord­nen war.

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist von der Begrün­dung einer For­de­rung im Sin­ne des Insol­venz­rechts dann aus­zu­ge­hen, wenn der anspruchs­be­grün­den­de Tat­be­stand schon vor Ver­fah­rens­er­öff­nung abge­schlos­sen ist, mag sich eine For­de­rung dar­aus auch erst nach Beginn des Insol­venz­ver­fah­rens erge­ben [2]. Gemäß die­ser Recht­spre­chung kommt es nicht dar­auf an, ob der Ent­schä­di­gungs­an­spruch des Schuld­ners schon vor oder wäh­rend des Insol­venz­ver­fah­rens fest­ge­setzt wor­den ist. Viel­mehr ist ent­schei­dend, dass der Schuld­ner die­sen Anspruch ab Inkraft­tre­ten des Ers­ten Geset­zes zur Berei­ni­gung von SED-Unrecht vom 29.10.1992 [3] hät­te gel­tend machen kön­nen. Ab Inkraft­tre­ten die­ses Geset­zes gehör­te der Anspruch zum Ver­mö­gen des Schuld­ners.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 18. Okto­ber 2012 – IX ZB 263/​10

  1. BGH, Beschluss vom 10.11.2011 – IX ZA 99/​11, ZIn­sO 2012, 147 Rn. 4[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 22.09.2011 – IX ZB 121/​11, NZI 2011, 953 Rn. 3 mwN[]
  3. BGBl. I S. 1814[]