Delikts­se­rie – und die Fra­ge der Tat­ein­heit bei den Mit­tä­tern

Sind an einer Delikts­se­rie meh­re­re Per­so­nen betei­ligt, ist die Fra­ge, ob die ein­zel­nen Taten tat­ein­heit­lich oder tat­mehr­heit­lich zusam­men­tref­fen, bei jedem Betei­lig­ten geson­dert zu ent­schei­den.

Delikts­se­rie – und die Fra­ge der Tat­ein­heit bei den Mit­tä­tern

Leis­tet ein Mit­tä­ter für alle oder eini­ge Ein­zel­ta­ten einen indi­vi­du­el­len, nur je die­se för­dern­den Tat­bei­trag, so sind ihm die­se Taten – soweit kei­ne natür­li­che Hand­lungs­ein­heit vor­liegt – als tat­mehr­heit­lich began­gen zuzu­rech­nen.

Fehlt es an einer sol­chen indi­vi­du­el­len Tat­för­de­rung, erbringt der Täter aber im Vor­feld oder wäh­rend des Laufs der Delikts­se­rie Tat­bei­trä­ge, durch die alle oder meh­re­re Ein­zel­ta­ten sei­ner Tat­ge­nos­sen gleich­zei­tig geför­dert wer­den, sind ihm die gleich­zei­tig geför­der­ten ein­zel­nen Straf­ta­ten als tat­ein­heit­lich began­gen zuzu­rech­nen, da sie in sei­ner Per­son durch den ein­heit­li­chen Tat­bei­trag zu einer Hand­lung im Sin­ne des § 52 Abs. 1 StGB ver­knüpft wer­den.

Ohne Bedeu­tung ist dabei, ob die Mit­tä­ter die ein­zel­nen Delik­te tat­mehr­heit­lich began­gen haben 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. Febru­ar 2017 – 2 StR 291/​16

  1. st. Rspr., vgl. BGH, Beschluss vom 19.11.2014 – 4 StR 284/​14 4, m.w.Nachw.[]