Der auf Betrug aus­ge­rich­te­te Geschäfts­be­trieb – und die ein­heit­li­che Tat

Nach den Grund­sät­zen des soge­nann­ten unei­gent­li­chen Orga­ni­sa­ti­ons­de­likts kön­nen ein­zel­ne Bei­trä­ge eines Mit­tä­ters, mit­tel­ba­ren Täters oder Gehil­fen, die der Errich­tung, Auf­recht­erhal­tung und dem Ablauf eines auf Straf­ta­ten aus­ge­rich­te­ten Geschäfts­be­triebs die­nen, zu einer Tat im Rechts­sin­ne zusam­men­ge­fasst wer­den, indem die aus der Unter­neh­mens­struk­tur her­aus began­ge­nen Tat­hand­lun­gen in der Per­son des betref­fen­den Tat­be­tei­lig­ten zu einer ein­heit­li­chen Tat im Sin­ne des § 52 Abs. 1 StGB zusam­men­ge­führt wer­den 1.

Der auf Betrug aus­ge­rich­te­te Geschäfts­be­trieb – und die ein­heit­li­che Tat

Die kann auch bei unter­schied­li­chen Rechts­per­sön­lich­keit der betrie­be­nen Gesell­schaf­ten der Fall sein:

Wenn die Tat­bei­trä­ge zu Auf­bau und Auf­recht­erhal­tung des auf Straf­ta­ten aus­ge­rich­te­ten Geschäfts­be­trie­bes der Rea­li­sie­rung eines ein­heit­li­chen Tat­plans dien­ten, gleich­zei­tig die Ein­zel­de­lik­te för­der­ten und sich auf die Ver­trags­ab­schlüs­se bei­der Gesell­schaf­ten unter­stüt­zend aus­wirk­ten, wer­den sie in ihrer Per­son durch den ein­heit­li­chen Tat­bei­trag zu einer Hand­lung im Sin­ne des § 52 Abs. 1 StGB ver­knüpft.

Des­halb liegt in einem sol­chen Fall nur eine Tat der Bei­hil­fe (hier: zum Betrug) vor.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. Febru­ar 2019 – 2 StR 358/​17

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschluss vom 03.03.2016 – 4 StR 134/​15, wis­tra 2016, 309, 310 mwN[]