Der bei der Urteils­ver­kün­dung auf­ge­ho­be­ne Arrest

Zur Ent­schei­dung über die Beschwer­de der Staats­an­walt­schaft gegen den Beschluss der Straf­kam­mer, mit dem die­se am Tag der Urteils­ver­kün­dung einen (ding­li­chen) Arrest auf­ge­ho­ben hat, ist nicht der Bun­des­ge­richts­hof, son­dern das Ober­lan­des­ge­richt beru­fen.

Der bei der Urteils­ver­kün­dung auf­ge­ho­be­ne Arrest

Die Zustän­dig­keit für die Ent­schei­dung über die Beschwer­de wur­de vom Gesetz­ge­ber nicht beson­ders gere­gelt. Ins­be­son­de­re fehlt es an einer § 305a Abs. 2, § 464 Abs. 3 Satz 3 StPO, § 8 Abs. 3 Satz 2 StrEG i.V.m. § 464 Abs. 3 Satz 3 StPO ent­spre­chen­den Rege­lung, die dem mit der Revi­si­on befass­ten Rechts­mit­tel­ge­richt auch die Ent­schei­dung über eine zugleich ein­ge­leg­te Beschwer­de über­trägt. Es ver­bleibt daher bei dem Grund­satz, dass zur Ent­schei­dung über (sofor­ti­ge) Beschwer­den gegen Ent­schei­dun­gen der Straf­kam­mern nicht der Bun­des­ge­richts­hof (§ 135 Abs. 2 GVG), son­dern die Ober­lan­des­ge­rich­te beru­fen sind (§ 121 Abs. 1 Nr. 2 GVG).

Hier­von abzu­wei­chen recht­fer­ti­gen weder die oben bezeich­ne­ten Aus­nah­me­re­ge­lun­gen, die schon man­gels einer Geset­zes­lü­cke einer ana­lo­gen Anwen­dung nicht zugäng­lich sind, noch kön­nen das Anlie­gen, diver­gie­ren­de Ent­schei­dun­gen zu ver­mei­den, oder ver­fah­rens­öko­no­mi­sche Grün­de die Recht­spre­chung dazu ermäch­ti­gen, den gesetz­li­chen Rich­ter abwei­chend vom Gesetz zu bestim­men 1.

Der Bun­des­ge­richts­hof gibt daher das Beschwer­de­ver­fah­ren ent­spre­chend § 348 StPO an das hier­für zustän­di­ge Ober­lan­des­ge­richt ab 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 4. Dezem­ber 2014 – 4 StR 60/​14

  1. zum Gan­zen: BGH, Beschluss vom 24.06.2009 – 4 StR 188/​09, NStZ 2010, 50, 51 mwN
  2. zur ent­spre­chen­den Anwen­dung von § 348 StPO im Beschwer­de­ver­fah­ren: BGH, Beschlüs­se vom 29.10.2008 – 2 ARs 467/​08 u.a.; vom 24.06.2009 – 4 StR 188/​09, NStZ 2010, 50, 51 mwN