Der Besitz eines voll­au­to­ma­ti­schen Sturm­ge­wehrs

Bei einem voll­au­to­ma­ti­schen (Sturm)Gewehr sowie für einen Gra­nat­wer­fer geeig­ne­ten Gra­na­ten han­delt es sich um Kriegs­waf­fen im Sin­ne des § 1 Abs. 1 KWKG i.V.m. Anla­ge (Kriegs­waf­fen­lis­te) Teil B Abschnitt – V Nr. 29 Buchst. c, Abschnitt – VIII Nr. 51, so dass der jewei­li­ge unmit­tel­ba­re Besitz nach unge­neh­mig­tem deri­va­ti­ven Erwerb den Straf­tat­be­stand des § 22a Abs. 1 Nr. 6 Buchst. a KWKG erfüllt 1.

Der Besitz eines voll­au­to­ma­ti­schen Sturm­ge­wehrs

Der Begriff der Aus­übung der tat­säch­li­chen Gewalt ent­spricht dem­je­ni­gen des all­ge­mei­nen Waf­fen­rechts; nach Abschnitt 2 Nr. 2 der Anla­ge 1 zum Waf­fen­ge­setz (vgl. § 1 Abs. 4 WaffG) ist die­ser Begriff gleich­be­deu­tend mit dem­je­ni­gen des Besit­zes, womit im Wesent­li­chen der unmit­tel­ba­re Besitz gemeint ist 2.

Für den straf­recht­li­chen Vor­wurf gilt deut­sches Straf­recht, auch soweit die Tat in Syri­en began­gen wur­de. Dies folgt für die vor­sätz­li­che Aus­übung der tat­säch­li­chen Gewalt über eine Kriegs­waf­fe aus § 7 Abs. 2 Nr. 1 StGB; denn die­se Taten sind auch nach syri­schem Recht mit Stra­fe bedroht (Art. 555 des syri­schen Straf­ge­setz­buchs sowie § 39 i.V.m. § 41 des syri­schen Prä­si­dial­er­las­ses Nr. 51 vom 24.09.2001).

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. August 2017 – AK 35/​17

  1. zum hier nicht ein­schlä­gi­gen § 22a Abs. 1 Nr. 6 Buchst. b KWKG [ori­gi­nä­rer Erwerb] vgl. Münch­Komm-StG­B/H­ein­rich, 2. Aufl., § 22a KWKG Rn. 75; Steindorf/​Heinrich, Waf­fen­recht, 10. Aufl., § 22a KWKG Rn. 8, 8b[]
  2. vgl. Münch­Komm-StG­B/H­ein­rich aaO, § 1 WaffG Rn. 152 ff., § 22a KWKG Rn. 73; zur Besitz­die­n­er­schaft s. BGH, Urteil vom 24.05.2000 – 3 StR 38/​00 9[]