Der abge­lehn­te Beweis­an­trag – und die eige­ne Sach­kun­de des Gerichts

Die nähe­re Dar­le­gung der eige­nen Sach­kun­de des Gerichts ist nach § 244 Abs. 6 StPO zunächst im Ableh­nungs­be­schluss vor­zu­neh­men, um der Ver­tei­di­gung eine Reak­ti­on hier­auf noch in der Haupt­ver­hand­lung zu ermög­li­chen 1.

Der abge­lehn­te Beweis­an­trag – und die eige­ne Sach­kun­de des Gerichts

Nach der Recht­spre­chung genügt gege­be­nen­falls auch eine Dar­le­gung der Sach­kun­de des Gerichts in den Urteils­grün­den 2.

Die Anfor­de­run­gen, die an die Dar­le­gung der eige­nen Sach­kun­de im Urteil zu stel­len sind, rich­ten sich nach der Schwie­rig­keit der kon­kret zu beur­tei­len­den Beweis­fra­ge, die Art und Umfang des erfor­der­li­chen Spe­zi­al­wis­sens bestimmt. Erfor­dert die Mate­rie eine beson­de­re Aus­bil­dung oder kon­ti­nu­ier- liche wis­sen­schaft­li­che oder prak­ti­sche Erfah­rung, sind die Anfor­de­run­gen an die Dar­le­gungs­pflicht erhöht 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Janu­ar 2017 – 2 StR 509/​16

  1. vgl. SK-StPO/­Fris­ter, StPO, 5. Aufl., § 244 Rn. 220; Alsberg/​Güntge, Der Beweis­an­trag im Straf­pro­zess, 6. Aufl., 2. Teil 2. Kap. Rn. 1442[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 10.07.1958 – 4 StR 211/​58, BGHSt 12, 18, 20; s.a. LR/​Becker, StPO, 26. Aufl., § 244 Rn. 339[]
  3. Münch­Komm-StPO/­Trü­g/Ha­be­tha, StPO, § 244 Rn. 73 mwN[]