Der Dea­ler, der aus rei­nem Gewinn­stre­ben han­del­te

Als straf­schär­fen­den Umstand kann nicht berück­sich­tigt wer­den, dass der Ange­klag­te, der „sel­ber nicht nach Koka­in süch­tig” war, „aus rei­nem Gewinn­stre­ben han­del­te”.

Der Dea­ler, der aus rei­nem Gewinn­stre­ben han­del­te

Mit der Gewinn­erzie­lungs­ab­sicht wür­de ein Umstand in die Straf­zu­mes­sung ein­ge­stellt, des­sen Berück­sich­ti­gung gegen das Dop­pel­ver­wer­tungs­ver­bot des § 46 Abs. 3 StGB ver­stößt. Denn das Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln setzt tat­be­stand­lich vor­aus, dass der Täter nach Gewinn strebt oder sich irgend­ei­nen ande­ren per­sön­li­chen Vor­teil ver­spricht 1.

Dar­über hin­aus ist es eben­falls aus­ge­schlos­sen, mit der beim Dea­ler nicht bestehen­den Koka­in­sucht das Feh­len eines mög­li­chen Straf­mil­de­rungs­grun­des zu sei­nem Nach­teil zu berück­sich­ti­gen 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 9. Novem­ber 2017 – 4 StR 393/​17

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschlüs­se vom 09.11.2010 – 4 StR 532/​10, StV 2011, 224; vom 29.04.2014 – 2 StR 616/​13, BGHR StGB § 46 Abs. 3 Han­del­trei­ben 7; vom 31.08.2017 – 4 StR 297/​17, NStZ-RR 2017, 345
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 09.11.2010 – 4 StR 532/​10, aaO