Der Dea­ler und die Schuss­waf­fe im Waschtisch

Gemäß Anla­ge 1 Abschnitt 2 Nr. 2 zu § 1 Abs. 4 WaffG besitzt eine Waf­fe oder Muni­ti­on, wer die tat­säch­li­che Gewalt dar­über aus­übt. Der Besitz im waf­fen­recht­li­chen Sinn ent­spricht daher grund­sätz­lich dem unmit­tel­ba­ren Besitz des § 854 BGB1.

Der Dea­ler und die Schuss­waf­fe im Waschtisch

Neben der objek­ti­ven Sach­herr­schaft ist ein Herr­schafts­wil­le und somit die Kennt­nis vom Ent­ste­hen der (objek­ti­ven) Sach­herr­schaft erforderlich.

Bei Gegen­stän­den, die sich in der eige­nen Woh­nung befin­den, ist hier­für nicht not­wen­dig, dass der Herr­schafts­wil­le stets aktu­ell vor­han­den ist. Es genügt viel­mehr ein gene­rel­ler Herr­schafts­wil­le über die Gegen­stän­de, die sich im eige­nen Herr­schafts­be­reich befin­den2.

Der Dea­ler übt die tat­säch­li­che Gewalt über Waf­fe und Muni­ti­on danach auch dadurch aus, dass er die von einen „flüch­ti­gen Bekann­ten“ mit sei­ner Zustim­mung in sei­ner Woh­nung depo­nier­ten Gegen­stän­de „ver­wahr­te“.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 12. Mai 2021 – 5 StR 4/​21

  1. BGH, Beschluss vom 29.10.1974 – 1 StR 5/​74, NJW 1975, 226, 227; Pauck­stadt-Mai­hol­d/Lutz in Erbs/​Kohlhaas, Straf­recht­li­che Neben­ge­set­ze, 234. EL.01.2021, Waf­fen­ge­setz, § 1 Rn. 22[]
  2. vgl. Münch­Komm-StGB/H­ein­rich, 3. Aufl., WaffG, § 1 Rn. 164; Pauck­stadt-Mai­hol­d/Lutz, aaO; sie­he auch Palandt/​Herrler, BGB, 80. Aufl., § 854 Rn. 4[]

Bild­nach­weis:

Weiterlesen:
Lieferung von umbaubedürftigen Kriegswaffen