Der Dea­ler – und sei­ne unge­la­de­ne Schusswaffe

Bewaff­ne­tes Han­del­trei­ben liegt nicht vor, wenn es zwar für einen Waf­fen­ex­per­ten mög­lich gewe­sen wäre, die unge­la­de­ne Schuss­waf­fe bin­nen vier­zehn Sekun­den ab dem Betre­ten des Zim­mers gebrauchs­be­reit zu machen, der waf­fen­un­kun­di­ge Dea­ler – als Täter des Han­del­trei­bens mit Betäu­bungs­mit­teln – dafür hin­ge­gen meh­re­re Minu­ten benö­tigt hätte.

Der Dea­ler – und sei­ne unge­la­de­ne Schusswaffe

In einem sol­chen Fall ist es für den Bun­des­ge­richts­hof recht­lich unbe­denk­lich, dass das Land­ge­richt ein Mit­sich­füh­ren einer Schuss­waf­fe im Sin­ne des § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG ver­neint hat1.

Man­gels Anhalts­punk­ten hat sich das Land­ge­richt auch nicht mit der Fra­ge aus­ein­an­der­set­zen müs­sen, ob der Ange­klag­te irrig davon aus­ge­gan­gen sein könn­te, dass die Waf­fe ein­satz­be­reit gewe­sen sei.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 12. Mai 2021 – 5 StR 4/​21

  1. vgl. BGH, aaO; Beschluss vom 23.06.2010 – 2 StR 203/​10, BGHR BtMG § 30a Abs. 2 Mit­sich­füh­ren 11[]

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