Der Dil­do als gefähr­li­ches Werk­zeug

Ein gefähr­li­ches Werk­zeug im Sin­ne von § 177 Abs. 8 Nr. 1 Alt. 2 StGB e liegt vor, wenn ein – auch für sich gese­hen unge­fähr­li­cher – Gegen­stand nach der kon­kre­ten Art sei­ner Ver­wen­dung geeig­net ist, erheb­li­che Ver­let­zun­gen zu ver­ur­sa­chen 1.

Der Dil­do als gefähr­li­ches Werk­zeug

Dies ist regel­mä­ßig bei einem Dil­do der Fall, wenn er über­ra­schend und kräf­tig in den After gesto­ßen wird und hier­durch ganz erheb­li­che Schmer­zen und eine Haut­un­ter­blu­tung am After­ein­gang ver­ur­sacht.

Die Jugend­kam­mer hät­te sich des­halb nicht mit der Über­le­gung begnü­gen dür­fen, die kon­kre­te Beschaf­fen­heit des Dil­dos sei nicht fest­stell­bar, wes­halb der Gegen­stand nicht als gefähr­lich ange­se­hen wer­den kön­ne. Die in die­sem Zusam­men­hang zitier­te Ent­schei­dung des 3. Straf­se­nats vom 10.01.2017 2 besagt nichts ande­res, da sie sich mit die­ser Fra­ge­stel­lung (auf die Revi­si­on der Ange­klag­ten hin) nicht aus­ein­an­der­setzt.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. Okto­ber 2018 – 5 StR 179/​18

  1. vgl. zum gleich­lau­ten­den frü­he­ren § 177 Abs. 4 Nr. 1 StGB Hörn­le in Leip­zi­ger Kom­men­tar, StGB, 12. Aufl., § 177 Rn. 284 ff. mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 10.01.2017 – 3 StR 278/​16[]