Der nach Ein­le­gung eines Rechts­mit­tels ver­stor­be­ne Ange­klag­te

Ist der Ange­klag­te nach Ein­le­gung der Revi­si­on gegen das land­ge­richt­li­che Urteil ver­stor­ben, ist das Ver­fah­ren gemäß § 206a Abs. 1 StPO ein­zu­stel­len1.

Der nach Ein­le­gung eines Rechts­mit­tels ver­stor­be­ne Ange­klag­te

Das ange­foch­te­ne Urteil ist damit gegen­stands­los, ohne dass es einer Auf­he­bung bedarf2.

Infol­ge der Ver­fah­rens­ein­stel­lung fal­len nach § 467 Abs. 1 StPO die Ver­fah­rens­kos­ten der Staats­kas­se zu.

In Bezug auf die not­wen­di­gen Aus­la­gen des Ange­klag­ten hat das Gericht­ei­ne Ermes­sens­ent­schei­dung gemäß § 467 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 StPO – unter Berück­sich­ti­gung von § 473 Abs. 4 Satz 2 StPO – zu tref­fen. Dabei kann unter Berück­sich­ti­gung der Erfolgs­aus­sich­ten des Rechts­mit­tel­sauch eine Quo­telung vor­ge­nom­men wer­den.

Eine Ent­schä­di­gung für die durch­ge­führ­ten Straf­ver­fol­gungs­maß­nah­men (ins­be­son­de­re Unter­su­chungs­haft) ist gemäß § 5 Abs. 2 Satz 1 StrEG aus­ge­schlos­sen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. Novem­ber 2018 – 1 StR 140/​18

  1. BGH, Beschlüs­se vom 24.08.2011 – 1 StR 276/​11 Rn. 2; und vom 08.06.1999 – 4 StR 595/​97, NJW 1999, 3644, 3645 f. []
  2. BGH, Beschlüs­se vom 05.08.1999 – 4 StR 640/​98, BGHR StPO § 467 Abs. 3 Ver­fah­rens­hin­der­nis 2; und vom 10.07.2001 – 1 StR 235/​01 Rn. 2 []