Der erpress­te Dea­ler

Wer einen Rausch­gift­händ­ler oder kurier mit Gewalt oder durch Dro­hung mit einem emp­find­li­chen Übel zur Her­aus­ga­be von Dro­gen nötigt, um sich oder einen Drit­ten zu Unrecht zu berei­chern, macht sich der räu­be­ri­schen Erpres­sung schul­dig.

Der erpress­te Dea­ler

Die Rechts­ord­nung kennt im Bereich der Ver­mö­gens­de­lik­te kein wegen sei­ner Her­kunft, Ent­ste­hung oder Ver­wen­dung schlecht­hin schutz­un­wür­di­ges Ver­mö­gen. Auch an Sachen wie Rausch­gift, die jemand auf­grund einer straf­ba­ren Hand­lung besitzt und als Tat­mit­tel zur Bege­hung geplan­ter Straf­ta­ten bereit­stellt, kann unbe­scha­det ihrer Zweck­be­stim­mung oder Bema­ke­lung, Erpres­sung und Betrug began­gen wer­den.

Dies ent­spricht – unbe­scha­det des Anfra­ge­be­schlus­ses des 2. Straf­se­nats des Bun­des­ge­richts­hofs [1] – der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs [2].

Meint jetzt eine ande­re Spruch­grup­pe des Fischer-Straf­se­nats.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 22. Sep­tem­ber 2016 – 2 StR 27/​16

  1. BGH, Beschluss vom 01.06.2016 – 2 StR 335/​15[]
  2. BGH, Urteil vom 04.09.2001 – 1 StR 167/​01, BGHR StGB § 253 Abs. 1 Ver­mö­gens­wert 3 mwN; Beschluss vom 20.09.2005 – 3 StR 295/​05, NJW 2006, 72[]