Der fehl­ge­schla­ge­ne Ver­such

Fehl­ge­schla­gen ist ein Ver­such, wenn die Tat nach Miss­lin­gen des zunächst vor­ge­stell­ten Tat­ab­laufs mit den bereits ein­ge­setz­ten oder ande­ren nahe lie­gen­den Mit­teln objek­tiv nicht mehr voll­endet wer­den kann und der Täter dies erkennt oder wenn er sub­jek­tiv die Voll­endung nicht mehr für mög­lich hält.

Der fehl­ge­schla­ge­ne Ver­such

Dabei kommt es auf die Sicht des Täters nach Abschluss der letz­ten Aus­füh­rungs­hand­lung an (Rück­tritts­ho­ri­zont).

Wenn der Täter zu die­sem Zeit­punkt erkennt oder die sub­jek­ti­ve Vor­stel­lung hat, dass es zur Her­bei­füh­rung des Erfolgs eines erneu­ten Anset­zens bedürf­te, etwa mit der Fol­ge einer zeit­li­chen Zäsur und einer Unter­bre­chung des unmit­tel­ba­ren Hand­lungs­fort­gangs, liegt ein Fehl­schlag vor 1, so dass ein Rück­tritt vom Ver­such nach allen Vari­an­ten des § 24 Abs. 1 oder Abs. 2 StGB aus­schei­det.

Mit­hin kommt es auf das Vor­stel­lungs­bild des Täters nach Abschluss der letz­ten Aus­füh­rungs­hand­lung an.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 4. August 2015 – 1 StR 329/​15

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschluss vom 11.03.2014 – 1 StR 735/​13, NStZ 2014, 396 sowie BGH, Urteil vom 25.10.2012 – 4 StR 346/​12, NStZ 2013, 156 mit zahl­rei­chen wei­te­ren Nach­wei­sen[]