Der Gynä­ko­lo­ge – und die heim­li­chen Foto­gra­fi­en und Vide­os

Der Bun­des­ge­richts­hof hat die Ver­ur­tei­lung eines Gynä­ko­lo­gen wegen heim­li­cher Foto- und Video­auf­nah­men von Pati­en­tin­nen bestä­tigt und die Revi­si­on des Frau­en­arz­tes ver­wor­fen, der vom Land­ge­richt Fran­ken­thal (Pfalz) u.a. wegen Ver­let­zung des höchst­per­sön­li­chen Lebens­be­reichs durch Bild­auf­nah­men in 1.467 Fäl­len sowie wegen sexu­el­len Miss­brauchs unter Aus­nut­zung eines Behand­lungs­ver­hält­nis­ses in drei Fäl­len zu einer Gesamt­frei­heits­stra­fe von drei Jah­ren und sechs Mona­ten ver­ur­teilt wor­den war 1. Zudem war dem Arzt vom Land­ge­richt Fran­ken­thal (Pfalz) ein Berufs­ver­bot hin­sicht­lich gynä­ko­lo­gi­scher Behand­lun­gen für die Dau­er von vier Jah­ren auf­er­legt.

Der Gynä­ko­lo­ge – und die heim­li­chen Foto­gra­fi­en und Vide­os

Nach den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts Fran­ken­thal foto­gra­fier­te oder film­te der ange­klag­te Frau­en­arzt in den Jah­ren 2008 bis Mit­te 2011 im Behand­lungs­zim­mer sei­ner Pra­xis im Rah­men sei­ner Tätig­keit als nie­der­ge­las­se­ner Frau­en­arzt in einer Viel­zahl von Fäl­len heim­lich die gynä­ko­lo­gi­sche Unter­su­chung sei­ner Pati­en­tin­nen, ohne dass für eine bild­li­che Doku­men­ta­ti­on der Unter­su­chung eine medi­zi­ni­sche Not­wen­dig­keit bestand. In drei Fäl­len führ­te er zudem medi­zi­nisch nicht erfor­der­li­che gynä­ko­lo­gi­sche Unter­su­chun­gen an Pati­en­tin­nen durch, wobei er hier­von eben­falls heim­lich Licht­bild- oder Video­auf­nah­men fer­tig­te. Die Licht­bild­auf­nah­men und Vide­os spei­cher­te und kata­lo­gi­sier­te er anschlie­ßend auf ver­schie­de­nen Daten­trä­gern.

Gegen das Urteil hat­ten sowohl der Ange­klag­te als auch zwei sei­ner Pati­en­tin­nen als Neben­klä­ge­rin­nen Revi­si­on ein­ge­legt. Der Bun­des­ge­richts­hof hat nun alle Rechts­mit­tel ver­wor­fen, da die Über­prü­fung des Urteils weder Rechts­feh­ler zuguns­ten des Ange­klag­ten noch zu sei­nen Las­ten erge­ben habe.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. Febru­ar 2015 – 4 StR 328/​14

  1. LG Fran­ken­thal (Pfalz), Urteil vom 11.11.2013 – 5221 Js 25913/​11.6 KLs[]