Der Han­del mit Betäu­bungs­mit­teln – und die Vor­ge­sprä­che

Der Begriff des Han­del­trei­bens im Sin­ne von § 29 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, § 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG ist weit aus­zu­le­gen. Danach ist Han­del­trei­ben im Sin­ne die­ser Vor­schrif­ten jede eigen­nüt­zi­ge auf den Umsatz von Betäu­bungs­mit­teln gerich­te­te Tätig­keit [1].

Der Han­del mit Betäu­bungs­mit­teln – und die Vor­ge­sprä­che

Ein voll­ende­tes Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln liegt damit bereits vor, wenn der Ver­käu­fer dem Kauf­in­ter­es­sen­ten ein ver­bind­li­ches und ernst­haf­tes Ver­kaufs­an­ge­bot unter­brei­tet [2].

All­ge­mein son­die­ren­de Gesprä­che über die Mög­lich­keit und even­tu­el­le Moda­li­tä­ten künf­ti­ger Betäu­bungs­mit­tel­ge­schäf­te begrün­den dage­gen noch kein voll­ende­tes Han­del­trei­ben; bei ihnen han­delt es sich ledig­lich um straf­lo­se Vor­be­rei­tungs­hand­lun­gen [3].

Ernst­haf­te Ver­kaufs­ver­hand­lun­gen zum Abschluss eines näher kon­kre­ti­sier­ten Betäu­bungs­mit­tel­ge­schäfts wer­den mit­hin (noch) nicht geführt, wenn bei dem Tref­fen mit einem frü­he­ren Abneh­mer ledig­lich bespro­chen wird, unter wel­chen Bedin­gun­gen der Dea­ler zu einer Fort­set­zung der Betäu­bungs­mit­tel­lie­fe­run­gen grund­sätz­lich bereit sei, ohne dass ein Ver­kaufs­an­ge­bot unter­brei­tet wur­de. Der Tat­be­stand des Han­del­trei­bens ist damit (noch) nicht erfüllt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Novem­ber 2015 – 3 StR 302/​15

  1. BGH, Beschluss vom 26.10.2005 – GSSt 1/​05, BGHSt 50, 252, 256, 262[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 02.12 1999 – 3 StR 479/​99, NStZ 2000, 207, 208; vom 07.07.2006 – 2 StR 184/​06, NStZ 2007, 100, 101; Körner/​Patzak/​Volkmer, BtMG, 8. Aufl., § 29 Teil 4 Rn. 81; Weber, BtMG, 4. Aufl., § 29 Rn. 374 ff.[]
  3. Weber aaO, Rn. 367 mwN[]