Der Han­del mit Dia­ze­pam und Lora­ze­pam

Dia­ze­pam und Lora­ze­pam sind zwar in den Anla­gen – I bis – III zu § 1 Abs. 1 BtMG auf­ge­führt. Sie kön­nen aber – so nicht Ein, Aus­o­der Durch­fuhr vor­liegt 1 – als aus­ge­nom­me­ne Zube­rei­tun­gen nicht dem BtMG unter­fal­len.

Der Han­del mit Dia­ze­pam und Lora­ze­pam

Dia­ze­pam (ent­hal­ten in Vali­um) ist aus­ge­nom­men in Zube­rei­tun­gen, die ohne einen wei­te­ren Stoff der Anla­gen – I bis – III bis zu 1 vom Hun­dert als Sirup oder Tropf­lö­sung, jedoch nicht mehr als 250 mg je Packungs­ein­heit, oder je abge­teil­te Form bis zu 10 mg Dia­ze­pam ent­hal­ten, bei Lora­ze­pam (das im ver­schrei­bungs­pflich­ti­gen Fer­tig­arz­nei­mit­tel Tavor ent­hal­ten ist) sind Zube­rei­tun­gen mit bis zu 2, 5 mg Lora­ze­pam aus­ge­nom­men 2.

Es bedarf daher ent­spre­chen­der Fest­stel­lun­gen zur Prü­fung, ob sich die Ange­klag­ten nur nach § 29a BtMG oder auch nach dem – aller­dings mil­de­ren – § 95 AMG straf­bar gemacht haben.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. Juni 2019 – 2 StR 287/​18

  1. vgl. BGH, Urteil vom 02.11.2010 – 1 StR 581/​09, NStZ-RR 2011, 119[]
  2. Patzak in Körner/​Patzak/​Volkmer, BtMG, 9. Aufl., Stof­fe Teil 1 Rn. 493, 502[]