Der Han­del mit klei­ne­ren BTM-Men­gen – und das grö­ße­re Depot

Der gleich­zei­ti­ge Besitz ver­schie­de­ner Betäu­bungs­mit­tel erfüllt den Tat­be­stand des uner­laub­ten Besit­zes von Betäu­bungs­mit­teln nur ein­mal.

Der Han­del mit klei­ne­ren BTM-Men­gen – und das grö­ße­re Depot

Leis­tet der Ange­klag­te bezüg­lich die­ser Betäu­bungs­mit­tel zugleich Bei­hil­fe zum uner­laub­ten Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge, behält der uner­laub­te Besitz von Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge sei­nen Unrechts­ge­halt und ver­klam­mert die an sich selb­stän­di­gen Bei­hilfe­ta­ten zur Tat­ein­heit1.

So auch in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall: Nach den Fest­stel­lun­gen ver­äu­ßer­te der geson­dert ver­folg­te S. Mari­hua­na an die geson­dert ver­folg­te Sch. . Hier­zu über­gab er in 21 Fäl­len jeweils Pake­te mit 100 Gramm Mari­hua­na an den Ange­klag­ten G. , wobei er den so bei G. vor­han­de­nen Bestand an Mari­hua­na bei jeder Lie­fe­rung auf 500 Gramm auf­stock­te und G. gegen Ent­loh­nung von S. das Mari­hua­na bedarfs­ab­hän­gig an Sch. über­brach­te sowie den von die­ser erhal­te­nen Kauf­preis an S. ablie­fer­te. Aus die­ser Depothal­tung ist ersicht­lich, dass der Ange­klag­te den Besitz an dem Mari­hua­na zwar nicht in allen 21 Fäl­len gleich­zei­tig, aber suk­zes­si­ve mit einer oder bis zu vier jeweils vor­an­ge­gan­ge­nen Lie­fe­run­gen gleich­zei­tig in Form einer ein­heit­li­chen Vor­rats­hal­tung aus­ge­übt hat und sich so die­se Besitz­aus­übun­gen bis zur letz­ten der 21 Lie­fe­run­gen über­schnit­ten haben. Der dem­nach in Fol­ge der Über­schnei­dun­gen vor­lie­gen­de gleich­zei­ti­ge Besitz ver­klam­mert des­halb die an sich selb­stän­di­gen Bei­hil­fe­leis­tun­gen zu einer mate­ri­ell­recht­li­chen Tat2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. Juli 2019 – 4 StR 195/​19

  1. BGH, Urteil vom 04.02.2015 – 2 StR 266/​14 10; Beschlüs­se vom 16.07.2013 – 4 StR 144/​13, NStZ 2014, 163; vom 12.09.2017 – 4 StR 298/​17 7 []
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 12.09.2017 – 4 StR 298/​17, aaO []